Wo Vanille und Pfeffer wachsen: Madagaskar.

 

Es gibt für mich klingende Namen, die ich wohl schon aus der Kindheit als solche übernommen habe. Madagaskar gehört dazu, Sansibar und Timbuktu. Das liegt wohl nicht zuletzt am Lied „Wir lagen vor Madagaskar, und hatten die Pest an Bord…“

Anders als in der Kindheit weiß ich nun, wo Madagaskar liegt: es ist eine Insel an der ostafrikanischen Küste. Und sie ist groß, so groß wie Spanien und Portugal zusammen. Als Madagaskar sich vor Jahrmillionen vom afrikanischen Festland löste, nahm die Evolution hier einen eigenen Verlauf. Etwa 80 Prozent aller Lebensformen, Pflanzen wie Tiere, sind sonst nirgendwo auf der Welt anzutreffen, sind also endemisch. So leben von den Lemuren hier 40 Arten. Im Osten und in der Bergregion findet sich teilweise Regenwald mit viel Niederschlag, an der Westküste gibt es lange Trockenperioden, im Süden exotische, karge Steppengebiete. Das ca. 800 m hohe „Hochland“ verdient den Namen schon, da ausreißende Berggipfel bis zu 3000 m reichen. Der Tourismus gilt als „unterentwickelt“, 1999 besuchten gerade einmal 140.000 Gäste dieses Gebiet. Darin wird eine Chance gesehen, über sanften Ökotourismus schädliche Auswirkungen möglichst hintanzuhalten.

Also, was nun? Was wollen wir auswählen für unsere Tour vom 23.7.-6.8.2005 bzw auf Wunsch bis 13.8.2005? Die dritte optionale Woche ist am einfachsten zu planen: an einem Strand bleiben, türkisblaues Wasser, Palmen, Schnorcheln...

Hier ist nun mein Vorschlag, eigentlich hat er sich letzten Endes fast von selbst ergeben. Wir werden dort sein, wo auch eine halbwegs befahrbare Strasse ist, 70% der Strassen gelten als kaum befahrbar… Eine Eisenbahnlinie gibt es nur im Abseits. Die Gesamtfahrzeit unserer Tour wird mit 24 Stunden angegeben, zurück fliegen wir. Nun zum Anfang:

Wir landen in der alten Hauptstadt Antananarivo – da heißt es üben, bis der Name geläufig ist. Freundlicherweise gibt es auch die Kurzform Tana. 10% der Landesbevölkerung wohnen hier, in dieser lebendigen Stadt. Eine Ober- und eine Unterstadt gibt es hier, natürlich einen Markt, einen wunderbaren Palast mir weiten Aussichten. Mitten in der Stadt ist ein See – am schönsten sei es dort am frühen Morgen, wegen der großen weißen Rinderherden. In der Nähe ist eine Krokodilfarm mit Straußvögeln, Schildkröten, Lemuren etc, und wer müde ist vom Beobachten der Krokodile, kann sich mit einem Krokodilsteak stärken… Wir werden hier aber nicht lange bleiben, sondern rasch unsere Reise beginnen und lieber am Ende der Tour hier hier verweilen, wenn wir das wollen.

Fahrt in den Süden nach Antsirabe, das heißt „Wo es viel Salz gibt“.
Für die 170 km braucht ein Buschtaxi (Kleinbus) vier Stunden. Ich denke, dass wir diese Institution der Buschtaxis nutzen werden. Sie sind überall unterwegs und günstig. Wir werden es so wohl so machen, dass wir für unsere Gruppe kurzerhand jeweils vor Ort ein ganzes Buschtaxi mieten, um so der üblichen Überfüllung des Taxis zu entgehen und Einfluß auf die Geschwindigkeit zu haben.

Die Gegend ist hügelig, die Straße schlängelt sich schließlich am Fluß Onive entlang. Im Westen sieht man die Abhänge des mit über 2.600m dritthöchsten Gipfels von Madagaskars, im Osten erstrecken sich in Tälern und an Berghängen Reisfelder und sogar Weinberge. Die Dörfer muten oft mittelalterlich an, heißt es, mit überhängenden Balkonen, schiefen Wänden und Ochsenkarren auf den Wegen.

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