An der Grenze entsteht Energie. Zur Reise.

 

Marokko wird uns in vielerlei Hinsicht Anstoß zum Seminarthema geben. Denn wir werden in kurzer Zeit so viele Gegensätzlichkeiten erleben wie sonst kaum:

Mittags noch zB. in Zürich, werden wir gut drei Stunden später im Orient sein. Bewegen wir uns heute noch auf dem mit Menschen gefüllten großen Platz Djermaa El Fnaa in Marrakech,  werden wir morgen schon die großartigen kargen und doch so unterschiedlichen Landschaftsstriche im Atlasgebirge sehen, tags darauf nach Überqueren einer „Mondlandschaft“ zu einer ganzen Reihe von Flußoasen kommen und schließlich in die Wüste. Eine Wanderung zu einer Oase und eine andere entlang prächtiger Dörfer in der typischen Lehmbauweise lassen uns etwas Einblick nehmen in das Landleben, die Wanderung und Übernachtung in der Wüste steht dazu im Gegensatz.Diese Reise führt uns abseits der vielbegangenen Wege und ermöglicht uns, mit dort lebenden Menschen in Kontakt zu treten und zu wissen, dass Gespräche über Lebens- und Denkweisen gerne geführt und Fragen gerne beantwortet werden.


Am Samstag erwarten uns Mahjoub und Abdul im Flughafen Marrakesch, und unsere erste Fahrt mit den Landrovern führt uns an den Stadtmauern vorbei ins Hotel . Für seine Wahl spricht vor allem die hervorragende Lage in Gehdistanz zum berühmten Platz Djemaa El Fna, der uns sicher rasch in seinen Bann ziehen wird. Kein Zweifel: wir sind im Orient. Um Gaukler, Märchenerzähler, Artisten, verschleierte Frauen mit Hilfsmitteln für Hennabemalung, um Musikanten, Feuerschlucker und Heiler bilden sich größere oder kleinere Kreise von Interessierten, und es überrascht beinahe, dass wir Touristen hier deutlich in der Minderzahl sind. Der Djemaa El Fna war und ist ein Unterhaltungsforum für die einheimische Bevölkerung. Wenn die Schlangenbeschwörer bei Sonnenuntergang den Platz verlassen, werden täglich die vielen Garküchen aufgestellt und spät in der Nacht wieder abgebaut - beides bereits ein Schauspiel für sich. Sie bieten von Suppen bis gekochten Lammkopf alles mögliche. Und in einer Ecke finden wir einige Tische mit gutem heißen Gewürztee. Und auf der anderen Seite mit Orangensaft – gehören die Buden mit den hoch aufgehäuften Orangenbergen, die am Rand des Platzes in einer Reihe stehen, doch zum typischen Bild. Gleich daneben kann man sich endlich mit den herrlichen Datteln erster Qualität eindecken, mit getrockneten Marillen oder einer Anzahl unterschiedlicher Nüsse. Natürlich lockt auch der an den Platz anschließende Souk – aber wahrscheinlich wird sich an diesem Abend ein ausgiebiger Bummel nicht ausgehen.

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