Serengeti und Ngorongoron-Krater.


 

Sie befinden sich praktischerweise Tür an Tür, die Serengeti und der Ngorongoro-Krater. Eine Safari in beiden Gebieten bietet sich also an. Wer auf den Kilimanjaro steigen will, ist ohnedies schon in der Nähe.
Anfangen sollte man mit der Serengeti. Wir sind vom Viktoria-See gekommen und haben die gesamte Serengeti durchquert. Das ist aber der wohl seltenere Fall. Wahrscheinlicher ist eine Anfahrt von der anderen Seite her, ein ein- oder zweitägiger Besuch, um die landschaftliche Schönheit und einige der Tiere dieses Nationalparks kennen zu lernen. Das Gebiet ist etwa so groß wie Holland. Endlose Savannen erwartet und findet man auch, vor allem Richtung Viktoria See. Die Landschaft ist überraschend abwechslungsreich. Bergketten im Nordosten, Kurzgrasflächen, riesige Granitfelsen ("Kopjes"), Seen mit baum- und buschreichen Ufern, Langgrassavannen mit Akazienbäumen, hügelige Baumsavanne. Und jede Menge Tiere. Impalas, Paviane, Löwen, Gnus, Antilopen, Giraffen, Zebras, Flusspferde, Hyänen und viele andere haben wir gesehen und jede Menge Vögel, große und kleine. Der Strauß ließ sich blicken, Geier, nicht jedoch Gepard und Leopard. Wer will übernachtet in einer Lodge, auch campieren ist möglich. Es ist nicht nötig, viele Worte über die Serengeti zu verlieren, sie hat sich einen Namen gemacht. Die Serengeti ist nicht gestorben, sie lebt.


Nach diesem großen Eindruck war ich mir nicht sicher, ob ich auch noch in den Ngorongoro-Krater fahren will - das konnte nur eine Enttäuschung werden, dachte ich. Wir haben einige Tage in einem Dorf in der Nähe verbracht und dann doch nochmals einen Landrover mit Fahrer gemietet. Es war ein unvergesslicher Tag. Allein schon die Anfahrt: Zuerst geht es die Außenwand des Kraters hinauf, durch dichten Urwald, moosüberwuchert, mit riesigen Farnen. Und dann der erste Blick hinunter in den Krater. Er misst 16x20km, die größte nicht mit Wasser gefüllte Caldera der  Welt, circa 600m tief. In der Mitte erkennt man den Lake Magadi. Die steilen Kraterwände ergeben den Rahmen für ein unvergleichliches Bild. Dann geht es hinunter zu einer Fläche, die etwa halb so groß ist wie der Bodensee. Es ist noch immer Morgenstimmung und sehr kalt: warum sind die Handschuhe nicht im Gepäck? Sorge kommt auf wegen des Wetters. Es ist sehr dunstig. Niemand hat Lust, sich in klassischer Safari-Manier im Landrover zu erheben, sich an den Stangen des offenen Aussichtspostens zu halten, den Feldstecher einzustellen. Und dann, gute Regie, kommt genau zum richtigen Moment die Sonne, so wie es prophezeit war, und es wird rasch wärmer. Die vielen Punkte, die wir von oben gesehen haben, sind tatsächlich Tierherden. Im Massen sind sie hier versammelt, 15.000-25.000 Tiere, wie in einem Freiluftzoo. Prof. Grzimek sei sprachlos gewesen, sicher, dem achten Weltwunder gegenüberzustehen.

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