Borneo per Rad.

 

Persönlich im Jahr 2000 getestet und für außergewöhnlich gut befunden: die Agentur in Borneo, die die Organisation von Radtouren anbietet. Die Betreuung war sehr gut, sehr verlässlich, sehr sympathisch. Ein Auto begleitet die Gruppe. Einzelne Strecken werden per Auto zurückgelegt, andere per Rad. Wir haben unsere eigenen Räder von zuhause mitgenommen, man kann aber auch ganz gute ausleihen Die Verladung der Räder geht ruckzuck. Auch während der Radtour ist es daher je nach persönlicher Entscheidung meist möglich, aufzuladen  - und beispielsweise nach der Steigung wieder abzuladen.
Es wurde nicht zum Problem, dass unterschiedlich starke RadfahrerInnen in einer Gruppe waren. Denn zwei einheimische Radfahrer begleiten, einer fährt vorne, einer hinten. So fährt jede/r sein Tempo. Bei Kreuzungen wartet das Auto und gibt die Richtung vor. Und irgendwo trifft man wieder aufeinander, im Gasthaus, im Gras neben dem Reisfeld. Meist warteten dann schon aufgeschnittene Ananas oder Papayas oder überhaupt ein perfektes Picknick auf die Hungrigen. Die Mannschaft ist auch ausgerüstet für Radreparaturen. So blieb eigentlich kein Wunsch offen.

Wir sind dann noch eine Woche auf eigene Faust mit dem Rad im Land herumgefahren und haben es sehr genossen. Aus dieser Erfahrung bietet sich zweierlei an: eine Radtour mit Begleitfahrzeug oder auch eine Radtour nur per Rad. Im ersten Fall wäre die Strecke vorstellbar, die unter "In Sabah auf Borneo" beschrieben ist. Im anderen Fall lassen wir uns per Auto ein Stück aus der Stadt bringen und machen uns dann  auf den Weg, begleitet von einem Radfahrer der erwähnten Agentur - vielleicht von Hanry? Wir werden am Meer entlang fahren, in kleinen Ortschaften übernachten, auf Märkten frisches Obst einkaufen. Am schönsten fand ich die Fahrten auf kleinen Wegen zwischen Reisfeldern, wo man zuschauen konnte, wie die Menschen dort  leben und was sie gerade arbeiten. Per Rad hat man ein ideales Tempo zur Erkundung eines Landes, und man ist mittendrin, ohne Abschottung durch einen Blechkasten namens Auto.

Was mich heute noch amüsiert, sind die vielen Szenen der Zustimmung, Aufmunterung, Anfeuerung, wenn wir mit dem Rad durchs Land fuhren. Ein Großteil der Menschen hat irgendwie reagiert, gewunken oder den Daumen nach oben gehalten. Bei Fahrten auf der Straße haben wir uns daran allerdings erst gewöhnen müssen: ständig hat es knapp hinter oder neben uns gehupt, was mich zu Beginn noch erschreckt hat. Dann habe ich mich daran gewöhnt, und soviel Puste musste immer noch sein, um zurückwinken zu können. Es war sehr schön, in einem Land mit  so fröhlichen und kontaktfreudigen Menschen unterwegs zu sein.

zu den Fotos
zu Übersicht+Preis