| Zu berühmten Gärten in England. |
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Anfrage: Zu berühmten Gärten in England. Ich habe mir im Vorjahr viele Gedanken gemacht über die Auswahl der Gärten, aber auch unserer Übernachtungsorte. Denn unsere Reise soll ein Gesamterlebnis werden, der abendliche Bummel genauso interessant sein wie das Bewundern der Rosen. Wenn dies alles nun nach viel Gehen und Anstrengung klingt: die Reise wird kein sportliches Ereignis sein, Beschaulichkeit ist eher ein treffender Begriff. Und man kann es sich einteilen, ob man viel geht oder lieber auch sitzend bewundert, vielleicht einmal eine Schloß-Besichtigung auslässt. Im Vorjahr waren junge Leute mit von der Partie und auch eine 78-jährige fitte Frau, meine Mutter - und alle kamen auf ihre Kosten. Ich
habe zum Übernachten zwei Orte gewählt, die einige Gegensätze bieten. Die weiteren drei Nächte verbringen wir in Rye, einem unglaublich romantischen Ort in Nähe der Küste: Fachwerkbauten, enge Straßen mit Kopfsteinpflaster, die bergab und bergauf führen, viele Antiquitäten- und Trödlerläden. Ein Meeresarm führt bis in den Ort, und die Boote dort schwimmen auf dem Wasser oder stehen im Trockenen, je nachdem, ob Flut oder Ebbe herrscht. Rye wird im Sommer von sehr vielen Touristen besucht, aber Anfang Juni war das nicht spürbar. Von
den Fahrstrecken zu den Gärten her wäre es gut möglich, alle Nächte in Royal
Tunbridge Wells zu verbringen. Auch vernünftiger wäre es vielleicht – aber
sehr schade, denn Rye wird Ihnen in Erinnerung bleiben. Und die Distanzen
sind nicht sehr groß. Beispielsweise liegt die Fahrzeit zwischen den beiden
genannten Orten zwischen einer Dreiviertelstunde und einer Stunde, und in
ähnlicher Distanz sind auch die Gärten. Ich kann Ihnen versichern, dass die
Fahrten über Land ein eigenes Erlebnis sind: vorbei an weidenden Schafen,
Herrenhäusern und Schlössern, durch beschauliche Dörfer. Am Mittwoch wir fahren vom Flughafen aus am Nachmittag in einem chauffierten Minibus direkt zu unserem ersten Standort Royal Tunbridge Wells, Fahrzeit 1,5 – 2 Stunden. Erster Bummel, erster Pub-Besuch (hoffentlich).
Für den Donnerstag schlage ich als erstes den Besuch des Dorfes Tudeley vor, das
ohnedies fast auf der Strecke liegt. Hier gibt es ein bisschen außerhalb
eine alte kleine Kirche mit beschaulichem Friedhof, allein schon einen
Besuch wert. Unglaublicherweise aber sind hier alle Glasfenster von Chagall
entworfen worden, eins nach dem anderen, über mehrere Jahre. Dieser
idyllische und „typisch englische“ Platz hat in uns sofort das erste Mal den
Wunsch geweckt, zu verweilen, die Fenster zu bewundern, die Steinengel auf
dem Friedhof, in die weite Landschaft zu schauen und auch in die Nähe,
nämlich dem Nachbarn über den Zaun: der erste schöne privatgarten, mit einer
riesigen Teichanlage. Zweimal haben wir erlebt, dass Gartenbesitzer unsere
bewundernden Blicke über den Zaun gesehen haben und uns einluden,.
einzutreten und einen Rundgang zu machen. Mit diesem Hintergedanken fange
ich auch sofort mit Gartenbesitzern, die sich blicken lassen, ein Gespräch
an... Von hier aus geht es weiter in den nahen Garten von Groombridge Place, einen wunderbaren Staudengarten, Gewinner des „Good Britain Guide 2003“. Das alte Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert erhöht den Gesamteindruck der Anlage. Nachmittags könnten wir in den Garten von Penshurst Place fahren. Der große Staudengarten hat uns sehr gut gefallen, auch hier in Verbindung mit einem alten Herrenhaus.
Am Freitag
geht es zu einem der wohl berühmtesten englischen Gärten, Sissinghurst
Castle, gestaltet von Vita Sackville West und in ihrem Sinn
aufrechterhalten. Dieser Besuch gehört zu den Höhepunkten unserer Reise. Am Samstag werden wir vormittags wahrscheinlich einen Bummel durch Rye machen. Am Nachmittag haben wir ein Muß auf dem Programm: den großen und abwechslungsreichen Garten Great Dixter House, für manche im Vorjahr der Lieblingsgarten. Wer je Gartenbücher oder Gartenzeitschriften angeschaut hat, wird einige Szenen kennen, zB den berühmten abgesenkten Garten. Am Sonntag haben wir die Qual der Wahl. Ich schlage einen Besuch von Scotney Castle vor. Im Vorjahr sind wir anschließend in Rye ans Meer gefahren, das nun einige Kilometer weit entfernt ist. Der Spaziergang dort vom Parkplatz bis hinaus bis an den Strand und dann am Strand entlang war wirklich sehr schön. Am Montag haben wie jeden Montag viele Gärten geschlossen. Der richtige Tag also, um wieder heim zu fliegen. Ich bin sicher, dass wir viele Eindrücke „mitnehmen“ werden: Gartenbilder, Landschaften, Dorfszenen. Wer noch einige Tage in London oder sonst wo anschließen will: im Vorjahr hat unser Minibus bei der Fahrt zum Flughafen bei einem Bahnhof haltgemacht, und zwei Personen nahmen den Zug direkt nach London. Dieser Vorschlag für
einen Reiseablauf ist nicht unabänderlich. Wie immer besprechen wir
gemeinsam das Programm. So haben wir im Vorjahr statt einem der zusätzlich
geplanten Gärten einige Privatgärten angesehen: es war gerade „Tag der
offenen Gärten“ in Rye. Das war wirklich interessant, mit Kuchen und Kaffee
in den Gärten und singenden Ladies. Allerdings haben wir auch gedacht, dass
wir von der Konzeption und Bepflanzung der privaten Gärten her mehr erwartet
hätten.
Was meinen Sie, fühlen Sie sich angesprochen? Auf jeden Fall würde ich mich sehr freuen, mit Ihnen auf der schönen Bank im abgesenkten Garten von Great Dixter Castle zu plaudern...
FOTOS 2003 |