| Jugendstilstadt Lemberg. 18.-22.Mai 2011 |
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Abgesagt,
da die Flüge storniert wurden...
Der alte
Marktplatz (Rynok) ist noch immer das Herz der Stadt. Dominiert wird er vom
mächtigen Rathaus und den jahrhundertealten Fassaden der Bürgerhäuser. Cafés
laden zum Verweilen ein. Um diesen Alten Markt ist die Stadt ringförmig
angelegt, mit engen Gassen. Hier begegnet man der früheren Vielfalt der
Konfessionen. Da gibt es die Lateinische Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert,
die Dominikaner-Kirche mit der grünen Kuppel, die Armenische Kirche aus dem
14. Jahrhundert. Eindrucksvoll sind auch die Reste der großen
Renaissance-Synagoge aus dem Jahre 1582. All dies führte dazu, dass das historische Zentrum der Stadt 1998 in die Liste des Weltkulturerbes der Unesco eingetragen wurde. Begründung: „(...) Mit seiner städtischen Struktur und seiner Architektur ist Lemberg ein hervorragendes Beispiel der Verschmelzung von architektonischen und künstlerischen Traditionen Osteuropas mit denen von Italien und Deutschland. (...) Die politische und wirtschaftliche Rolle von Lemberg zog eine Anzahl von ethnischen Gruppierungen mit unterschiedlichen kulturellen und religiösen Traditionen an, die unterschiedliche, aber dennoch voneinander abhängige Gemeinschaften innerhalb der Stadt bildeten, die auch noch im modernen Stadtbild erkennbar sind.“ Lemberg wurde kurz nach 1200 gegründet. Polen, Deutsche, Juden und Armenier prägten die Stadt. Die verschiedenen Glaubensgemeinschaften führten dazu, dass sowohl die Römisch-Katholische als auch die Unierte und die Armenische Kirche in Lemberg einen Bischofssitz hatte. 1772 fiel Lemberg an das Habsburgerreich. Ein wirtschaftlicher Aufschwung folgte, Lemberg wurde nach Wien, Budapest und Prag zur viertgrößten Stadt der k.u.k. Monarchie und zur Hauptstadt des neu geschaffenen „Königreichs Galizien und Lodomerien“. Eine kulturelle Vielfalt prägte das Klima der Stadt. Doch Mitte des 19. Jh. Zeigten sich erste nationalen Gegensätze, v. a. zwischen Ukrainern und Polen. Eine schwere Phase folgte mit der Zeit der NS-Besatzung, als es zur Ermordung vieler Juden kam – die immerhin 30% der Bewohner von Lemberg ausgemacht hatten. Nach Kriegsende geriet die Stadt, auch durch die planmäßige Aussiedlung der polnischen Bevölkerung, in eine europäische Randlage. In den 1980er Jahren gingen wichtige Impulse zur Erlangung der Unabhängigkeit von hier aus. Seit 1990 werden mit großem Erfolg Gebäude renoviert und Cafés und Restaurants (wieder)eröffnet. Eine Aufbruchstimmung sei zu spüren. Der Wunsch, zu Europa zu gehören, trifft allerdings auf Abschottungsmaßnahmen, wie z. B. die 2003 eingeführte polnische Visumspflicht für UkrainerInnen. Wie es diesbezüglich weitergehen wird, ist offen. Wer sich ins frühere Leben einlesen will: zu den Zeiten der Habsburger entwickelte sich eine einzigartige multikulturelle Atmosphäre, die wesentlich von Juden gestaltet wurde. Eine Reihe jüdischer Schriftsteller sind heute noch bekannt, so Roth, aber auch Alejchem, (schrieb jiddisch), Schulz und Wittlin (schrieben polnisch) oder Agnon (hebräisch). Damals wurde in Lemberg Deutsch, Jiddisch, Rumänisch, Armenisch, Polnisch, Russisch und Ukrainisch gesprochen. Diese Region war auch Heimat der religiös-mystischen chassidischen Schtetl-Kultur. Martin Buber hat chassidischen Weisheiten niedergeschrieben. Ihr spezifischer Humor findet sich in den Aufzeichnungen von Salcia Landman, wie Buber aus Galizien stammend. Es folgen Ideen, was wir in diesen Tage machen können – wobei wir nicht immer alle dieselben Interessen haben müssen. Wir können auch einmal zwei, drei kleinere Gruppen bilden und uns dann wieder treffen: · bei von mir geplanten Stadtrundgängen besuchen wir architektonische Highlights, einige Kirchen, Synagogen · alte Kaffeehäuser, Biergärten werden eingebunden · persönliche Auswahl von ein, zwei Museen – es gibt eine ganze Reihe von Museen in Lemberg. Ich wähle wohl das Ukrainische Nationalmuseum Lemberg (großen Ikonensammlung) und das Ethnografische Museum (Museum für Volkskunde und Handwerk) · Spaziergang auf den Schlossberg · Durch das Freilichtmuseum schlendern · Besuch des Lytschakiwski-Friedhofs (historisch-architektonisches Denkmal) · Ausflug mit Zug oder Bus, zB zum orthodoxen Klosterkomplex Pochayiv, schön auf einem Hügel gelegen, oder nach Drohobych mit seiner 900 Jahre alten Geschichte · Aufführung im Opernhaus besuchen – Oper, Konzert und/oder Ballett.
Und
was kostet das? Wie immer ist die Gruppengröße beschränkt mit 10 Mitreisenden. Irgendwo habe ich gelesen, man befinde sich in Lemberg eindeutig auf der russischen Seite der Welt, auf die ein Scherzbold habsburgische Kulissen geschoben hat. Würde mich freuen, wenn wir gemeinsam schauen würden, ob dieser Eindruck heute noch stimmt. |