| Tempel, Goldmosaike und Natur pur: Sizilien. |
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Silzilien –
damit verbinde ich Gegensätzliches: ein bisschen Grusel wegen der Mafia und
eines immerhin noch tätigen Vulkans, aber auch die Vorfreude auf
Orangenhaine, Palmen und die Blütenfülle im Mai. Wir werden barocke Städte
sehen, aber auch phönizisch-punische, griechisch-römische, normannische und
arabische Monumente. Nach buntem Leben auf Märkten wird uns die „Stille“ des
Meeresrauschens beruhigen. Sizilien eben. Nicht umsonst lautet ein
ironischer Spruch aus Palermo: Fallen Sie in Sizilien ein, alle anderen
haben es schon getan. Dieser Slogan bringt Schicksal und Faszination der
größten Mittelmeerinsel auf den Punkt: Fremde Mächte wie Griechen, Römer und
Araber haben Leben und Kultur geprägt und eine einzigartige Mischung
hervorgebracht. Donnerstag, 13.5.2010 und Freitag in Taormina
Viele von uns
fliegen ab München. Der Abflug ist um 13.30 Uhr, sodaß wir bequem anreisen
können. Wir landen wohlüberlegt nicht in Palermo, sondern in Cantania - weil
ich nicht im intensiven Palermo beginnen möchte, sondern am Meer im
beschaulichen Taormina mit seinem mittelalterlichen Flair. Gleich vom
Flugplatz weg geht es für drei Nächte dort hin, schon mit Blick auf den
schneebedeckten Ätna. Hier stimmen wir uns ein auf Sizilien, genießen die
Stimmung dieses romantischen Dorfes, das auf einer Klippe steht und
atemberaubende Ausblicke bietet. Immerhin wandeln wir auf den Spuren
Goethes. Auch er hat das griechisch-römische Theater besucht, das allein
schon wegen seiner exponierten Lage mit Blick auf den Ätna UND das Jonische
Meer ein Muß ist. Und wie er werden wir den Corso Umberto entlangspazieren.
In einem der vielen Kaffees stärken wir uns für einen weiteren Spaziergang
zum Dom und zum Odeon, für einen Besuch des Stadtgartens oder der vielen
kleinen Geschäfte – je nach Lust und Laune. Ab heute haben wir einen Minibus mit Fahrer. Der Tag ist dem Ätna gewidmet, der diese Gegend so sehr dominiert. Mit seinen 3.348 m ist er nicht nur der höchste Berg Siziliens, sondern auch der höchste noch tätige Vulkan Europas. Die dicht besiedelte Landschaft um den Ätna ist durch die verwitternde Lava äußerst fruchtbar, mit Wein-, Obst- und Olivenpflanzungen, Zitronenhainen und Kastanienwäldern, Hügeln aus schwarzer Asche und Birkenwäldern. Wir fahren mit dem Bus bis 1900m, sehen den ersten Krater. Dort kann man dann bleiben oder mit der Seilbahn auf 2500m und mit Geländewagen (für Dich, Brigitta!) noch etwas weiter hinauf fahren zu den Lavafeldern. Von hier aus machen wir eine Wanderung von ca. drei Stunden in der bizarren Landschaft, ein beeindruckendes Erlebnis. Und keine Sorge, da hab ich mich schon erkundigt: der höchste Vulkan Europas ist zwar zugleich einer der aktivsten Feuerberge der Welt. Jedoch macht ein niedriger Kieselsäureanteil die Gesteinsschmelze relativ dünnflüssig. Gase können schnell entweichen, so dass es nicht zu jenen gewaltigen Aufsprengungen des Schlotes kommen kann wie bei Vulkanen mit zähflüssigen Magmen. Das macht den Ätna, anders als den Vesuv, zu einem relativ „ungefährlichen“ Vulkan. Trotzdem führt ein Überangebot an Magma gelegentlich zu heftigen Gipfelausbrüchen, bei der Aschewolken mehrere Kilometer hoch geschleudert werden. Sonntag über Cefalù nach Palermo, 3 Stunden Fahrzeit, 2 Nächte in Palermo
Kurz hinter
Palermo machen wir halt bei der Kathedrale von Monreale. Sie ist ein
Geschenk des Normannenkönigs Wilhelm II. Die Kathedrale wurde 1182 beendet.
Die prächtigen Portale und die Fassade der Ostapsiden geben bereits einen
Vorgeschmack von der Innenausstattung der dreischiffigen Kathedrale:
byzantinische Goldmosaiken zeigen auf 6.800 qm biblische Szenen. Sie zählen
zu den hervorragenden Kunstschöpfungen Italiens. Auch die Skulpturen im
schönen Kreuzgang mit seinen berühmten Säulen sind einzigartig.
In Agrigent
befand sich im Altertum eine der bedeutendsten Städte der Megala Hellas, das
von Pindar als die „schönste Stadt der Sterblichen” bezeichnet wurde. Im
„Tal der Tempel” stehen auf fast zwei Kilometern aufgereiht ein Tempel neben
dem anderen, 20 Sakralbauten aus verschiedenen Epochen. Nirgendwo sonst
besteht diese Möglichkeit, die Entwicklung des antiken Griechenlands an
solch gut erhaltenen Bauten nachzuvollziehen. Wir sehen u. a. die Tempel der
Hera, den berühmten Concordia-Tempel, den des Herkules und den Tempel des
Olympischen Zeus. Der Concordia-Tempel ist der am besten erhaltene
griechische Tempel der Welt. Er verdankt seine filigrane Wirkung den
ästhetischen Kenntnissen seiner Baumeister, die die Säulen im unteren
Drittel leicht verbreiterten und so dem Tempel trotz seiner Größe
Elastizität und Leichtigkeit verliehen. Mittwoch Nachmittag Agrigent – Syracus, 2,5 bis 3 Stunden Fahrzeit, 2 Nächte in Syracus bis Freitag früh
Bis zum Jahre
212 v. Chr. war das antike Siracusa eine der bedeutendsten
griechischen Kolonien auf Sizilien und zeitweise mächtigste Metropole des
Mittelmeers. Es war Wirkungsstätte so berühmter Männer wie Dionysios,
Platon, Theokrit und Archimedes. Hier entstanden das größte Theater der
antiken Welt und mit dem Apollo- und Artemistempel die ältesten Tempel
Siziliens. In Syracus werden wir neben den Zeugnissen der Antike auch
barocke Prachtbauten und das quirlige Alltagsleben einer italienischen Stadt
erleben. Da sind das Teatro Greco, Aufführungsstätte der Tragödien des
Aischylos und des Sophokles, die antiken Steinbrüche und das römische
Amphitheater – Freud und Leid der Antike nebeneinander: Unterhaltung im
Theater, harte Arbeit in den Steinbrüchen. Ein Altstadtbummel führt uns über
die Piazza Archimede mit dem Artemis-Brunnen zum barocken Dom, der in den
berühmten antiken Athena-Tempel hineingebaut wurde. Die Arethusa-Quelle,
eine direkt neben dem Meer entspringende Süßwasserquelle, ist heute
Treffpunkt der Jugend. Vom Castello Eurialo oberhalb der Stadt haben wir
einen wunderbaren Panoramablick über Syrakus und den Hafen. Von den Hotels her habe ich eher einfache Unterkünfte gesucht, aber immer in den alten Vierteln in zentraler Lage. Abends wollen wir den Bus nicht mehr verwenden. So können die Müden früher ins Bett gehen und Nachtschwärmer noch ausgehen oder einen der bekannten Rotweine Siziliens wie den Nero d´Avola auf der Dachterrasse des Hotels genießen. Für Frühstück oder Abendaufenthalt haben wir immer eine Terrasse am Dach des Hauses, zum Teil mit schöner Aussicht. Das war für mich eines der Auswahlkriterien. Ich buche keine Führungen bei den Sehenswürdigkeiten, da diese sehr teuer sind und oft auch langweilig, wenn man nicht Geschichtefan ist. Wir werden uns selbst vorbereiten und am Vorabend jeweils besprechen oder vorlesen, was am nächsten Tag besichtigt wird. So können wir gegenseitig von unserem Wissen und unserer Vorbereitung profitieren. An den Stätten selbst darf nicht zu einer Gruppe gesprochen werden, das dürfen nur die offiziellen Guides – Strafe ist 3000€. Also haltet mich bitte zurück. Und was kostet das alles? Flüge: Direktflug zB ab München Tagespreis
Begleitung Inge Sohm:
370€ + 20% Mwst, also 444€. |