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WIE. Reisephilosophie. |
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Einfach unterschiedlich. Ich wähle, außer es wird
anders gewünscht, einen eher einfachen Reisestil bezüglich Unterkunft, Essen,
Transportmittel und verwende dadurch auch die von Einheimischen genutzten
Strukturen. So schließen wir rasch Kontakte. Ich bin lieber im kleinen Hotel
in der Altstadt als im gesichtslosen Großhotel. Zur Abwechslung checken wir
im ehemaligen Maharaja-Palast oder der luxuriösen Kaffeeplantage aus der
Kolonialzeit ein, aber nur, wenn sie Atmosphäre bieten. Solche Highlights
bleiben in Erinnerung. Auch bei der Reiseroute
ist Abwechslung wichtig: nach einem Stadtaufenthalt geht´s aufs Land, nach
dem Gebirge in die Wüste, nach der heißen Ebene ans Meer. |
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Weniger
ist mehr. Ich versuche, nicht nur
durch ein Land zu reisen, sondern auch im Land zu sein, anzukommen. Das
braucht Zeit. Und Zeit ist auch wichtig, um mit im Land lebenden Menschen in
Kontakt zu kommen - was oft mit zu den schönsten Reiseerinnerungen gehört.
Deshalb sind von mir vorgeschlagene Routen eher kurz, denn wir reisen langsam. Ich habe nicht das
Gefühl, Jaipur kennen gelernt zu haben, bloß weil ich den Palast der Winde
besucht und eine Stadtführung mitgemacht habe. Ich möchte im Café an der
lebendigen Ecke dort drüben sitzen, einen langen Spaziergang in die Umgebung
unternehmen, mit dem Obstverkäufer reden, der uns von gestern her
wiedererkennt. |
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Zweite
Hypothese. Der Versuch, Menschen aus
anderen Kulturen zu verstehen, ist spannend. Und bereichernd. |
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Zeitverlust
beim Taxistand. Ein Dorf in Tansania. Der
Taxler wittert seine Chance: fünf Touristen! Sein Preis ist unverschämt.
Nicht nur ein bisschen: das wäre okay. Wir verhandeln. Immer mehr Menschen
versammeln sich, geben Ratschläge. Ein Auto mit offener Ladefläche fährt vor:
nein danke, zu gefährlich. Es wird gelacht, diskutiert. Wir ernten auch
Anerkennung: woher wir die Preise kennen? Es dauert eine halbe Stunde, bis
wir uns geeinigt haben. Ein Erlebnis. Also kein Zeitverlust. Tansania
hautnah. |