| Wo Vanille und Pfeffer wachsen: Madagaskar. |
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In dieser Gegend wohnen die Betsileo. Ihnen sieht man die südostasiatische Herkunft deutlich an: sie sind zierlich, haben meist glattes, dunkles Haar. Und auch die Landschaft erinnert an Südostasien, an Java und Bali mit ihren kunstvoll angelegten –Reisterrassen. Der Boden ist vulkanischen Ursprunges, also fruchtbar, und die Betsileo gehören zu den wohlhabenden Menschen hier. Das erkennt man aber weder an großen Autos Villen oder guter Kleidung. Die Statussymbole hier sind andere. Als reich gilt, wer eine Rinderherde von mehr als 20 Tieren, gesunde Kinder, eine gute Reisernte und ein steinernes Einzimmerhaus hat, wohl auch noch ein großes Grabmal für die Ahnen. Antsirabe liegt auf 1500 m Höhe, umgeben von Bergen. Norwegische Missionare haben die Stadt gegründet als Erholungsort, wegen des guten Höhenklimas und wegen der Thermalquellen. Antsirabe war auch später noch in der Kolonialzeit beliebt, und man spürt noch heute die Atmosphäre des 19. Jahrhunderts. Schöne Häuser, palmengesäumte Boulevards zeigen, wie es einmal war, heute belebt von den farbenfrohen Pousse-pousses, Rickshaws. Über diese typischen Fortbewegungsmittel in Madagaskar wurden eigene Artikel geschrieben, ich werde einen heraussuchen. Es gibt schöne Wanderungen in der Umgebung, zu kleineren und größeren Bergen, zu Seen. Der Aufenthalt hier ist angenehm, gut zum Einleben. Vielleicht spazieren wir auf den Aussichtsberg Ivohitra und genießen die Aussicht. Besuchen die nahen Seen. Oder wir gönnen uns im Thermalbad eine Massage, die medizinische Abteilung hat einen guten Ruf. Weiter geht es nach Ambrositra, „wo es viele Rinder gibt“. Die Fahrt von zwei Stunden sei wunderschön, geprägt von terrassierten Reisfeldern im Bergland, bevor man in die Steppen des Südens kommt. Die wie schon gesagt mittelalterlich anmutenden Dörfer mit schöner Architektur, die Ausblicke, gelegentlich Eukalyptuswälder, das wird kurzweilig werden. Im Osten erkennt man die Ausläufer des Regenwaldes, wo die Volksgruppe der Zafimaniry wohnt. Sie sind ausgezeichnete Schnitzer, ihre Werke kann man auch in Ambrositra erwerben, nördlich entlang der Strasse und in der Stadt. Ambrositra ist das Zentrum des Kunsthandwerks, liegt schön an einem Berghang. Auch wieder ein angenehmer Ort zum Bleiben mit vielen Möglichkeiten rundum. In vier Stunden ist Fianarantsoa erreicht. Auf dieser Fahrstrecke durchqueren wir Ausläufer des Regenwaldes. Der Ort selbst sei nicht interessant, heißt es, andrerseits hat mir ein Bekannter gerade erzählt, gerade dort habe es ihm gut gefallen. Es gilt als intellektuelles Zentrum von Madagaskar. Als Agrargebiet ist es reich, Reis, Maniok, Mais, Wein, Tee werden angebaut. Es gibt wieder schöne Wanderungen im fruchtbaren Landwirtschaftsgebiet rundum. Vielleicht machen wir einen Ausflug in den Regenwald eines Naturschutzgebietes. Es geht weiter vorbei an Weinbergen und Reisterrassen. Nach 56 km, dh einer Stunde ist Ambalavao erreicht, in einem weiten Tal gelegen, wieder mittelalterliches Gepräge. In der Nähe ist ein Berg als Sitz der Seelen königlicher Ahnen. Im Dorf am Fuß nennen sich die Bewohner „Begleiter der Geister“. In Ambalavao gibt es schöne Seidentücher zu kaufen, die sich im Vergleich zu asiatischer Seide eher grob anfühlen, wie feines Leinen, die Seide gilt aber als sehr hochwertig. Hier wird auch Papier aus zerquetschter Baumrinde mit aufgepressten Blumen hergestellt. Am Markt verkaufen Zauberer Fetische gegen jede Art von Krankheit samt einem Liebestrank, aufgepasst. |