Von Marrakesch bis in die Wüste.

 

Montag: wir wandern ca. eineinhalb Stunden lang in ein abgelegenes Berberdorf und besuchen Omar. Er begleitet mich als einer der Muliführer bei Mulitrekkings. Wir trinken vorerst Tee bei ihm. Vielleicht gibt es auch ein traditionelles Essen dazu: frischgebackenes Brot aus dem Lehmofen, serviert auf einem tiefen Teller und mit flüssiger Butter und Honig übergossen. Dazu werden Walnüsse gereicht, die in jener Gegend gut gedeihen.
Wir verbringen den Tag an diesem eindrücklichen Ort, fernab von Autostraße und Elektrizität. Die Steinhäuser des Dorfes scheinen uralt, mit dem Lehmbackofen vor jedem Haus, und das Leben in enger Verbundenheit mit den Tieren und etwas Ackerbau scheint abzulaufen wie vor Jahrhunderten auch. Wir werden zusehen, wie man in der urarlten schwarzen Rauchküche Couscous für und kocht: drei Steine, darauf der Topf, darunter das Feuer, so war es immer schon.
Wir machen einen Spaziergang auf ein Hochplateau oder ins nächste Dorf, und die Eindrücke von der sehr einfachen Lebensart hier werden bleiben.
Abends kehren wir zurück ins Hotel. Wer will, kann im typischen marokkanischen Gastraum von Omar übernachten. Er begleitet Sie dann morgens zur Autostrasse und wir treffen uns im Hotel.

Andere Möglichkeit oder auch extra buchbar unter der Leitung von Lahcen (ab 1 Woche gesamt): Wir beginnen ein drei- oder mehrtägiges Mulitrekking von Berberdorf zu Berberdorf. Lahcen begleitet uns. Omar und ein Kollege sind unsere Muliführer. Wir können unbelastet von Gepäck die Tour genießen. In der Früh werden noch frische Lebensmittel eingekauft, wir sehen beim Beladen der Mulis zu, und los geht´s.
Bei der folgenden Route bewegen uns in nicht touristischem Gebiet, wohnen in Privathäusern, schlafen in einem der typischen marokkanischen Gästeräume auf Matten am Boden, wie in jener Gegend eben üblich.
Wenn Trekkings im Atlasgebiet angeboten werden, ist so gut wie immer Zeltübernachtung am Rande eines Dorfes vorgesehen, gekocht wird von den Muliführern auf Gaskochern. Viel billiger, zugegeben. Aber ich denke, dass wir beim Besuch so abgelegener Gebiete den Menschen dort kleine Verdienstmöglichkeiten bieten sollten. Es könnte Verärgerung geben, wenn wir nur zum Besichtigen kommen. Auch verliert man durch das Zelten viele Kontaktmöglichkeiten mit den Dorfbewohnern. Auf der Steinterrasse so manchen Hauses sind wir mit den Gastgebern oft lange beim Tee gesessen und haben zugesehen, wie das Leben im Dorf abläuft und wie mit dem Verschwinden der Sonne die Menschen in die Häuser zurückkehren. Abends gibt es ein warmes Abendessen, samt frischem Brot aus dem Lehmofen vor dem Haus, dessen Bedienung wir interessiert verfolgen werden.
Unvergessen so mancher Abend, den wir in den Gästeräumen verbrachten. Nach und nach kamen immer mehr Männer zu Besuch, und manchmal entwickelten sich gemeinsame Stunden mit Geschichtenerzählen, Singen oder Rätselraten - eine beliebte Unterhaltung in Marokko. Reisende Frauen haben den Vorteil, manchmal von den Frauen eingeladen zu werden in deren schwarze Rauchküchen, offenes Feuer in der Mitte, Hühner und Kinder ringsum. Auch wenn wir uns nicht über eine Sprache verständigen konnten - es waren unterhaltsame Stunden, und es wurde viel gelacht. Die Situation ist jedes mal wieder eine andere: manche Familien suchen Kontakt, zeigen das Neugeborene, trinken mit uns Tee, andere Familien wieder sind Gastgeber, die sich nie blicken lassen. Buchbar auch mit Lahcen als einheimischer Begleitung, ab 1 Woche, kombinierbar zB mit Wüstenaufenthalt..
 

Dienstag, Mittwoch: wir fahren zu einem kleinen Hotel am Rande eines Berberdorfes. Hier verbringen wir zwei Nächte. In dieser wunderschönen Landschaft im Atlasgebirge steht eine der schönsten Lehmburgen (Kasbahs), die ich kenne. Ich habe mich im Jahr 2001 sehr gefreut, als wir hier erstmals in einem Hotel – neuerbaute - wohnen konnten. Es sieht hübsch aus, ist im Kasbahstil erbaut, aber das beste ist die Terrasse mit dem wunderbaren Blick auf die Kasbah. Hier bei Sonnenuntergang sitzen, mit dieser grandiosen Kulisse, die sich im wechselnden Licht immer wieder anders zeigt, was will man mehr... Abends habe ich im Hotel bereits mehrere spontane Feste miterlebt, Leute aus dem Dorf kamen, es wurde musiziert und getanzt.
An einem Abend werden wir bei einem Bekannten abendessen.

Natürlich besichtigen wir die Kasbah. Sie ist leider im Verfall begriffen, aber man sieht noch die prächtige Innenausstattung: Gipsstukkaturen, geschnitzte und bemalte Decken, schmiedeeiserne Fenstergitter, wunderschöne Fliesen. Von der Kasbah aus haben die mächtigen Stammesfürsten der Glaoui lange Zeit den Handelsweg über das Atlasgebirge kontrolliert.

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