Atlasgebirge und Oasen per Rad.

 

Am Montag früh  verlassen wir Marrakesch. Die Fahrtstrecke dieses und des nächsten Tages ist sehr schön und abwechslungsreich. Ein Erlebnis für sich - Schnee und Wüste, Gebirgsdörfer und Kasbahs, Geröllfelder und Oasen folgen einander innerhalb kürzester Zeit. Als besonderen Kontrast werden wir im Februar die blühenden Mandelbäume erleben. Sie sind mir in Zusammenhang mit dieser Landschaft sehr intensiv in Erinnerung.
Nach Marrakech passieren wir einige Ortschaften in der fruchtbaren Haouz-Ebene und beginnen den Anstieg auf den 2260 m hohen Paß Tizi n´Tichka. Die Berglandschaft bietet grandiose Ausblicke, und mir haben sich vor allem die vielen Farben eingeprägt. Wir sehen dunkelgraue, weiße, rote, violette, sogar grünliche Felsgebiete, dazwischen Felder, Wälder mit Aleppokiefern, Flusstäler bestanden mit Oleandersträuchern, Erlen und Pappeln. Die Dörfer passen sich ihrer Umgebung an, und man sieht sie oft erst spät: in einem Gebiet mit rötlicher Erde sind sie rötlich, in einem Gebiet mit grauen Felsen sind sie aus grauem Stein erbaut mit weiß umrandeten Fenstern. Die Strecke ist gesäumt von Verkaufsständen, an denen schöne Fossilien, Amethyste und eine Vielzahl von besonderen Steinen angeboten werden – oftmals auch künstlich fürchterlich rot oder blau gefärbt.

Noch vor den letzten Serpentinen in Richtung Passhöhe machen wir halt für eine Teepause in einem Gebirgsdorf im Atlasgebirge, auch um Freunde zu treffen. Von hier aus sollten Sie mit dem Rad fahren, schlage ich vor. Bald beginnen die vielen Serpentinen, und vielleicht wird nicht nur der Ausblick atemberaubend sein. Von der Passhöhe aus  genießen wir einen Panoramablick auf die Gipfel des Hohen Atlas.
Auf
der Fahrt bergab treffen wir bald auf einige extrem verschachtelte Dörfer mit in– und übereinandergebauten Häusern und auf die ersten Speicherburgen aus Stampflehm. Die Straße führt schließlich ein Talbett entlang und bietet weiterhin schöne Ausblicke. Wir werden sehen, wie weit Ihr mit dem Rad fahren wollt. Da wir eine sehr kleine Gruppe sein werden, kann dies auch individuell unterschiedlich sein.
Kurz vor Quarzazate können wir abzweigen zur nahe gelegenen mächtigen Kasbah Ait Benhaddou, falls wir dazu noch Lust und Zeit haben. Gegen Abend schließlich erreichen wir nach 204 km Quarzazate. Dort können wir je nach Wunsch über den Markt bummeln, uns auf der Hauptstraße zum Kauf eines Teppichs oder eines Schmuckstückes überreden lassen oder die Kasbah Taourirt von außen bewundern.

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