Auf in die Wüste! 1 Woche in Marokko. 

 

 

 

Manchmal werde ich gefragt: was meinst Du - wir haben eine Woche Zeit und wollen in die Wüste. Das geht prima, ist sicher ein Erlebnis. Ebenso eine Woche im Gebirge in Berberdörfern. Nur  muß dann bewusst sein, dass es ein Oder ist: Wüste oder Gebirge. Im folgenden der Vorschlag für einen Reiseablauf, der natürlich nicht unabänderlich ist: mehr oder weniger Wanderungen, ein Tag mehr oder weniger Kameltrekking, das wird je nach Gruppe individuell besprochen. Oder Sie verzichten auf Marrakesch und fliegen nach/von Quarzazate. Möglich sind derzeit auch Flüge Sonntag – Sonntag oder Samstag – Sonntag.

Samstag Abflug Zürich und Genf derzeit knapp vor 19 Uhr, Frankfurt 14 Uhr. Nachts um ca. 23 Uhr Ankunft in Quarzazate. Bezug des einfachen Hotels in der Stadt. Viel wird an diesem Tag nicht mehr passieren...

Sonntag vormittag Der Tag könnte beginnen mit einer Wanderung zur Oase Fint. Wir fahren mit dem Landrover auf eine Geröllanhöhe am Rand von Quarzazate und sind sicher erstaunt über den überraschenden Ausblick: unter uns liegt ein Flusstal, gesäumt von winzigen Feldern, Mandelbäumen, Oleander, Palmen, Wein. Wir kommen an Häuseransammlungen vorbei und auch an einer Schule mit zwei Klassen – die Lehrer kennen mich inzwischen, und bei sangesfreudigen Menschen singen wir den Kindern ein Lied vor und umgekehrt. Bei Driss, im Haus des Bürgermeisters der oase Fint, werden wir eingeladen sein zum traditionellen Tee.

Wir wandern nicht auf der Straße, sondern kommen von der anderen Seite her zur Oase. Landrover und Fahrer treffen wir in der Oase wieder, mit den von uns bestellten gut gefüllten Fladenbroten. Sollten Sie ohne mich unterwegs sein, wird ein einheimischer Begleiter mit Ihnen wandern.
Ich hätte einen Geheimtip mit dieser Route gefunden, meinte Mustapha. Ihn habe ich kennen gelernt, als ich allein auf dem Weg zur Oase war und mitfahren durfte hoch oben auf einem vollbeladenen Lieferwagen, der aus Mitleid mit mir Fußgängerin stehen geblieben war. Der Wagen sei gemeinschaftlich von allen Oasenbewohnern gekauft worden. Wenn Sie die Oase schon vorher sehen wollen – auf in die Videothek: dort wurde der Film Asterix mit Gérard Dépardieu gedreht.

Weiter geht es per Auto den Flusslauf der Draa entlang nach Süden, die Fahrt dauert ca. fünf Stunden. Aber es wird nicht langweilig werden, da die Landschaft wunderschön und abwechslungsreich ist. Wir gelangen vorerst in ein nahezu vegetationsloses Gebirgsmassiv, den Djebel Sarho. Der Fluss hat hier tiefe Täler eingeschnitten. Dort, wo die Draa das Gebirge hinter sich lässt, liegt Agdz. Hier machen wir Pause, und Sie können von einer nahen Anhöhe aus einen überraschenden Blick auf die Umgebung werfen.
Immer wieder freue ich mich auf die folgende Strecke zwischen Agdz und Zagora, die zu den schönsten Strechken Marokkos gezählt wird. Unzählige Dattelpalmen säumen die Draa, und eine Oase folgt auf die andere. Die ockerfarbenen Dörfer in Lehmbauweise werden oft von beeindruckenden Kasbahs bewacht, gemeinsam umschlossen von einer mächtigen Mauer. Wir achten darauf, diese malerische Strecke im weichen Licht des Spätnachmittags zu sehen, denn die dann intensiveren Farben und das Spiel von Licht und Schatten erhöhen den Eindruck ungemein. Diese Strecke gehört zur "Straße der Kasbahs".
Die letzte Wegstrecke von Zagora zum südlichsten Ort M´hamid, dem kleinen Dorf am Rande der Wüste, legen wir daher im Dunkeln zurück.
In M´hamid endet die geteerte Straße, aber nicht am Ortsende, sondern gleich nach der Ortseinfahrt... Wir fahren an den beiden kleinen Hotels vorbei (wer will, steigt hier ab) über ein schon lange ausgetrocknetes Flussbett und durchqueren den Ort auf der Hauptstraße, die in der Wüste endet. Dort, 30 Minuten Fußweg vom Dorf entfernt, stehen uns zwei der vier Wohnzelte der Brüder Mahjoub und Mouloud zur Verfügung - klassische Beduinenzelte, ausgestattet mit Matten am Boden, Wolldecken und Kerzen. Hier wohnen auch Ali und Nourredine, die die drei Kamele und den Esel versorgen, kochen und auch Wüstentouren begleiten. Sie haben bereits unser Abendessen gekocht, wir wurden erwartet.

Montag Vormittag verbringen wir in M´hamid. Natürlich können wir, wenn wir wüstenbegeistert sind, auch sofort zur Wüstentour starten.
Morgens früh um ca. 7 Uhr werde ich versuchen, einen meiner Lieblingsmomente in M´hamid zu erleben: vor der kleinen gemauerten „Küche“ zu sitzen und den Sonnenaufgang zu genießen. Innerhalb kürzester Zeit verschwindet das Gefühl, dass es kalt ist – die aufgehende Sonne wärmt sofort,die Farben verändern sich. Und da Sie ja im Dunkeln angekommen sind, werden Sie es kaum glauben können, wenn Sie aus dem Zelt treten. Kein Zweifel: Sie sind in der Wüste, Sie sind in der Sahara.

Wir haben Glück, denn am Montag ist Markttag. Also werden wir durch das Dorf spazieren bis zum farbenprächtigen, urtümlichen Markt. Er liegt traditionellerweise etwas außerhalb des Ortes, umgeben von einer Mauer. Hier werden wir wohl einige Zeit verweilen und die vielfältigen Eindrücke in uns aufnehmen. Mittagessen im Zelt, und dann: die Kamelkarawane formiert sich! Bitte versäumen Sie nicht, zuvor Mouloud und seiner Mannschaft beim Bepacken der Tiere zuzusehen – die Farbe des Sandes, der Kamele, die blauen Gewänder der Menschen ergeben ein schönes und für uns sehr ungewöhnliches Bild. Und dann gibt Mouloud das okay, es geht los zur Wüstentour. Ich gehe lieber zu Fuß. Man kann sich aber auch auf ein Kamel „schwingen“ und reiten.
Gegen Abend schlagen wir unser Nachtlager auf, helfen beim Sammeln von Brennmaterial, genießen von einer Düne aus den Sonnenuntergang, schauen zu, mit welcher Methode man auf offenem Feuer kocht. Das dafür nötige Gemüse wird von Mouloud frisch zubereitet. Das ist nicht selbstverständlich: manche Wüstenbegeisterte kennen nur Gaskocher, auf denen vorgekochtes Essen erwärmt wird. „Warum sollte ich das so machen“ sagte Mouloud zu mir, „ich habe ja genug Zeit.“ Dann wird oft gesungen und musiziert. Musik liegt hier in der Luft...
In der Nacht begreift man den Begriff „Sternenzelt“, falls man nicht lieber in einem kleinen Zelt schläft (bitte nicht!): unzählige Sterne verteilt in Form einer riesigen Kuppel, die rundum bis zum Boden reicht. Romantischer geht´s nicht.

Auch Dienstag - Mittwoch (auf Wunsch ebenfalls Donnerstag, bei Rückflug erst am Sonntag auch Freitag) sind wir in der Wüste mit unserer Kamelkarawane unterwegs. Mittags machen wir jeweils eine lange Pause im Schatten eines Tamariskenbaumes. Es gibt einen reichhaltigen Salat, Obst und natürlich Tee.
Das Wandern ist auch an diesen Tagen keine sportliche Höchstleistung. Denn angestrengte Menschen können all die Eindrücke nicht mehr ausreichend aufnehmen, und das wäre schade.
Am Mittwoch Nachmittag kehren wir zu den Zelten zurück. Abends essen wir bei (aber traditionellerweise nicht mit) den Frauen Laghfiri: bei Fatima, der Mutter von Mahjoub und Mouloud, und den drei Schwestern, die in einem einfachen Lehmhaus am Rande des Dorfes wohnen. 

Am Donnerstag fahren wir retour Richtung Quarzazate. Wir sehen erstmals die Strecke Zagora-M´hamid im Tageslicht. Ein Geröllplateau, Palmenhaine, Dünen ergeben ein ganz anderes Bild als nach Zagora: wir sehen hier die Ausläufer der Wüste. Schräg aufgestellte Matten im Sand längs der Straße zeugen vom Versuch der Bewohner, die Dünen in ihrer Bewegung aufzuhalten.
Vielleicht besuchen wir ein Museum in einem wunderbaren alten Lehmhaus mit hohem Innenhof. Und/oder wir spazieren entlang der Palmengärten und Dörfer , machen mittags dort ein Picknick. Zeitlich orientieren wir uns an einem Ziel: den Sonnenuntergang wollen wir bei der berühmten Kasbah Ait Benhaddou erleben. Bitte nicht nur die untergehende Sonne betrachten! Die davon abgewandte Seite bietet wegen des rasch wechselnden Schatten- und Farbenspiels der umgebenden Berge ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis.
Abends wohnen wir in einem kleinen Hotel ganz in der Nähe, bei Freunden inzwischen. Oft ergibt sich dort ein spontanes Fest mit Berbermusik.

Freitag Wir fahren nach Marrakesch. Die wunderschöne Fahrstrecke werden wir ca. 5 Stunden lang genießen können. (Möglich ist natürlich auch ein Rückflug ab Quarzazate am Samstag oder Sonntag für jene, die die Wüste voll auskosten wollen.) Die Landschaft bietet grandiose Ausblicke in feinabgestimmten Farbenkompositionen. Wir sehen dunkelgraue, weiße, rote, violette, sogar grünliche Felsgebiete, Felder, Flusstäler mit Oleander, Erlen, Pappeln sowie Nadelwälder mit Aleppokiefern. Die Dörfer passen sich ihrer Umgebung an, und man sieht sie oft erst spät: in einem Gebiet mit ockerfarbener Erde sind sie ockerfarben, in einem Gebiet mit grauen Felsen sind sie aus grauem Stein erbaut mit weiß umrandeten Fenstern.
Allmählich beginnt den Anstieg auf den 2260 m hohen Paß Tizi n`Tichka, bis wir in die fruchtbare Haouz-Ebene und schließlich in die Stadt kommen.

Wer nur den Abend in Marrakesch verbringen will, kann in einem abgelegenen Berberdorf fernab von Autostraße und Elektrizität Omar besuchen. Er begleitet mich als einer der Muliführer bei Mulitrekkings im Gebirge. Wir trinken Tee bei ihm. Vielleicht gibt es auch ein traditionelles Essen dazu: frischgebackenes Brot aus dem Lehmofen, serviert auf einem tiefen Teller und mit flüssiger Butter und Honig übergossen. Dazu werden Walnüsse gereicht, die in jener Gegend gut gedeihen. Wenn es möglich ist, erst am Sonntag zurückzufliegen, kann man bei Omar im Gästeraum auch übernachten, Teppiche und Decken gibt es genug. Dann werden wir auf eine Hochebene oder ins nächste Dorf spazieren und abends zusehen, wie in der alten Rauchküche auf einem Topf über drei Steinen Cous Cous zubereitet wird.
In Marrakesch merken wir sofort: kein Zweifel, wir sind im Orient. Um Gaukler, Märchenerzähler, Artisten, um Musikanten, Feuerschlucker und Heiler bilden sich abends am großen Platz Djemaa el Fna größere oder kleinere Kreise von Interessierten, und es überrascht beinahe, dass wir Touristen hier deutlich in der Minderzahl sind. Der Platz war und ist ein Unterhaltungsforum für die einheimische Bevölkerung. Wenn die Schlangenbeschwörer bei Sonnenuntergang den Platz verlassen, werden täglich die vielen Garküchen aufgestellt und spät in der Nacht wieder abgebaut - beides bereits ein Schauspiel für sich. Sie bieten von Suppen bis gekochten Lammkopf alles mögliche. Und in einer Ecke finden wir einige Tische mit gutem heißen Gewürztee. Und auf der anderen Seite mit Orangensaft – die Buden mit den hoch aufgehäuften Orangenbergen, die am Rand des Platzes in einer Reihe stehen, gehören zum typischen Bild. Gleich daneben kann man sich mit herrlichen Datteln erster Qualität eindecken, mit getrockneten Marillen oder einer Anzahl unterschiedlicher Nüsse.
Natürlich lockt auch die Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen und den unzähligen Geschäften. Es gehört mit zu den schönen Erlebnissen in Marrakesch, sich hier einfach treiben zu lassen. Da wird von dem besonders aromatischen Zimt gekauft, dort ein Paar der typischen marokkanischen Slippers probiert. Sehen, hören, riechen. Und irgendwann hat man bestimmt die Orientierung verloren. So oft war ich schon hier, aber immer noch finde ich ohne Nachfragen nur schwer die Richtung raus, retour zum Platz, zum frischen Orangensaft, ins Café.
Wer statt des Wühlens im Souk lieber eine Besichtigung machen möchte, hat dazu gute Gelegenheit und bei Bedarf das Auto zur Verfügung.

Samstag (oder Sonntag?) früh Flug retour, eventuell mit einem längeren Aufenthalt in Casablanca. Dann ist die Besichtigung zB der Moschee möglich. Ankunft zB in Zürich derzeit 17.55 Uhr, Frankfurt 13.05 Uhr, Wien, München ... auf Nachfrage.

Sie können diese Reise je nach Wunsch und Route mit meiner Begleitung, mit einheimischer Begleitung oder mit Ihrem Landrover-Fahrer als Begleiter durchführen. Die beiden letzten Möglichkeiten sind zB gut machbar, wenn sich die Gruppe schon kennt. Je nach Ihre Plänen werden wir die Möglichkeiten besprechen.

Mit welchen Kosten haben Sie zu rechnen?
Flug und mein Begleitungs- oder Planungshonorar werden im voraus bezahlt, alles andere direkt vor Ort.

  • Flug (zB ab Zürich bis/ab Quarzazate oder Marrakesch derzeit knapp über 500 € incl Taxen - ich vermittle Ihnen gern ein passendes Angebot auch ab allen anderen Flughäfen in Österreich, Deutschland, Schweiz)
  • Begleitung Inge Sohm 490 € pro Person für 1 Wochen incl. meiner Reisekosten oder:
  • Planungshonorar Inge Sohm 215 € + 20%Mwst. pro Person bis 2 Personen, 170€ + 20% Mwst pro Person bis 4 Personen, 150 € + 20% Mwst pro Person bei Gruppen über 4 Personen
  • Einheimische Begleitung 30€ pro Tag geteilt durch die Reisenden plus Verpflegung und ev Übernachtung oder:
    Begleitung durch Landrover-Fahrer ohne extra Berechnung
    plus
  • Hotel, zB Doppelzimmer in einfachen Mittelklassehotels ab 10 € pro Person
  • Übernachtung im Beduinenzelt mit Vollpension 10 € /Tag/Person
  • Landrover mit Fahrer incl. Benzin 120 €/Tag und zwei Flughafentransfers je 25€, geteilt durch die Mitreisenden (Fahrer plus 6 Personen in einem Auto),
  • Wüstentour mit Kamelen, Guide, Koch 60 € /Tag / Person incl. Vollpension, ab 4. Tag 50 €

Nach obigen Vorschlägen hier ein kostenoptimierter Reiseablauf nach/ab Quarzate incl Flug, 2 Tage Landrover bei für die Autoausnützung optimalen 6 Reisenden, 3 Tagen Kameltrekking, 2 Nächten und einem Tag im Zelt in M´Hamid, 2x Hotel Basis Doppelzimmer und meinem Planungshonorar: 948 €/Person. Includiert ist Vollpension von Sonntag abend bis Montag früh.

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