Tansania!!! 19.5.-3.6.2009.

 

 

 

Am Montag kehren wir nach Arusha zurück. Hier besuchen wir, falls nicht schon geschehen, den Handwerksmarkt mit vielen Verkaufsständen von mehr oder weniger interessanten Produkten, für uns Touristen hergestellt

Am Dienstag holt uns Lema im Hotel ab und bringt uns nach sich zu Hause in ein Dorf nahe Arusha. Es ist eine Kaffeeplantage, und Lema wird uns alles über den Kaffeeanbau erklären, uns die Farm zeigen mit seiner Biogasanlage. Seine Mutter Gladys und die Tante werden für uns kochen – nicht international, sondern traditionell, es war sehr gut das letzte Mal. Auch Kaffee wurde für uns gebraut, angefangen beim Rösten der Bohnen über offenem Feuer. Zum Abschluß können wir noch zu einem See spazieren und uns eine Sage dazu von Lema erzählen lassen.

Am Mittwoch, 27.5. fahren wir nach Karatu. Man kann dorthin wirklich gut den öffentlichen Bus nehmen, das haben wir bisher zweimal gemacht. Oder wir mieten ein Sammeltaxi nur für uns. Wir wohnen im billigen und sauberen Lutheran Hostel, kleine Häuschen in einem Garten. Es ist immer ausgebucht, aber diesmal war ich schneller…
Karatu ist ein Dorf ohne Besonderheit – wenn nicht seine Lage am Rand des Ngorongoro – Schutzgebietes wäre, dessen Zentrum der Krater mit den vielen Tieren ist. Da man für den Aufenthalt im Schutzgebiet täglich Gebühren zahlt, vermeiden wir das Übernachten innerhalb, ganz abgesehen davon, dass die Lodges dort alle sehr teuer sind. Es übernachten kaum Touristen in Karatu, und genau darum mag ich das Dorf so sehr, es zeigt uns das Leben pur. Am Nachmittag machen wir unseren ersten Rundgang.

Am Donnerstag morgen brechen wir auf zu unserer Safari im Ngorongoro-Krater. Hamisi wird uns abholen und ein Freund von ihm, man darf nur mit Geländefahrzeugen in den Krater fahren. Es wird sicher ein unvergesslicher Tag. Allein schon die Anfahrt: Zuerst geht es die Außenwand des Kraters hinauf, durch dichten Urwald, moosüberwuchert, mit riesigen Farnen. Und dann der erste Blick hinunter in den Krater. Er misst 16x20km, die größte nicht mit Wasser gefüllte Caldera der Welt, circa 600m tief. In der Mitte erkennt man den Lake Magadi. Die steilen Kraterwände ergeben den Rahmen für ein unvergleichliches Bild. Dann geht es hinunter zu einer Fläche, die etwa halb so groß ist wie der Bodensee. Das letzte Mal habe ich gedacht: warum sind die Handschuhe nicht im Gepäck, denn es war noch immer Morgenstimmung und sehr kalt. Sorge kam damals auf wegen des dunstigen Wetters. Niemand hatte Lust, sich in klassischer Safari-Manier im Landrover zu erheben, sich an den Stangen des offenen Aussichtspostens zu halten, den Feldstecher einzustellen. Und dann, gute Regie, kam genau zum richtigen Moment die Sonne, so wie es prophezeit ist für eigentlich jeden Tag in dieser Jahreszeit, und es wurde rasch wärmer. Die vielen Punkte, die wir von oben gesehen haben, waren tatsächlich Tierherden. In Massen sind sie versammelt, 15.000-25.000 Tiere, wie in einem großen Freiluftzoo. Prof. Grzimek sei sprachlos gewesen, sicher, dem achten Weltwunder gegenüberzustehen.

Nur die Giraffen finden sich hier nicht ein, da ihnen die Kraterwände zu steil sind. Aber die Big Five sind da: Löwe, Nashorn, Elefant, Büffel und Leopard (letzterer hat sich uns nicht gezeigt). Sie wissen, dass sie hier Wasser finden. Das Herz der Landschaft auf dem Kraterboden, die einen eigenen Mikrokosmos bildet, ist der See. Ein Sodasee, bevölkert von unzähligen Flamingos. Es ist ein schönes Bild, wenn die hellen Tiere aufsteigen und dabei die überraschend knallroten Felder ihrer Flügel sichtbar werden. Ein Fluss mündet hier und bildet zuvor noch große Sumpfgebiete. Flusspferde und auch Kormorane, Nilgänse, Reiher, Ibisse, Rosapelikane zeigen sich hier. Ein Waldgebiet mit weit ausladenden Akazien befindet sich im Süden, Elefanten, Marabus, Büffel, Antilopen, Leoparden ziehen hierher. Strauße, Hyänen, jede Menge der dekorativen Zebras, Gnus, sie zeigen sich alle bereitwillig, furchtlos, betrachten die Landrover wohl inzwischen als Artgenossen. Nur bei den Löwen, Nashörnern und Leoparden ist es schwieriger, sie auszumachen. Die Fahrer der Landrover haben einen geübten Blick und verständigen sich untereinander beim Vorbeifahren, jeder hat den Ehrgeiz, möglichst viele Tierarten zu zeigen. Und kaum lassen sich die Löwen in der Nähe der Fahrwege nieder - diese dürfen nicht verlassen werden - stehen eine Anzahl Landrover am Straßenrand mit bewundernden Touristen, die darauf warten, dass die tagsüber faulen Löwen den Kopf heben.
Mittags gibt es ein Picknick. Zwei dafür vorgesehen Plätze wurden ausgewiesen, und hier darf man auch das Auto verlassen, was ansonsten streng verboten ist. Uns so geht der Tag rasch vorbei, mit einer Rundfahrt durch den Krater. Am Spätnachmittag geht es wieder retour, hinauf die Kraterwand, zu einer Lodge, von deren Terrasse aus man beim Tee nochmals den schönen Blick in den Krater genießen kann.

Am Freitag wollen wir die Buschmänner besuchen. Wir müssen sehr früh los, um noch mit ihnen mitgehen zu können auf die Jagd. Irgendwo muß noch ein spezieller Guide abgeholt werden, der deren Sprache spricht – mit für uns eigenartigen Schnalzlauten. Die Buschmänner leben, wie der Name schon sagt, im Busch, man muß daher zuerst deren momentanen Aufenthalt finden. Die Begegnung wird unvergesslich bleiben, das zeigen wohl auch die Fotos auf meiner Homepage.

Am Samstag bleiben wir in Karatu, „erholen“ uns von den vielen Eindrücken. Wir spazieren herum, gehen auf den Markt. Vielleicht treffen wir hier oder schon in Arusha  Edward. Er machte, finanziert von zwei Kunden, eine dreijährige Schulausbildung, macht nun ein Vorbereitungsjahr wund wird dann wohl auf die Uni gehen wollen, wenn alles klappt. Nie werde ich seinen Gesichtsausdruck vergessen, als er erfuhr, dass sein Traum in Erfüllung geht und er vom Hilfsjob weg zurück in die Schule kann, die er aus Geldmangel abbrechen mußte. Edwards Interessensgebiete sind Tiere und Pflanzen – sollte also dazu jemand Bücher haben, viell auch auf englisch, bitte mitnehmen!
Am Nachmittag wandern wir zu einer alten englischen Kaffeeplantage, heute ein kleines luxuriöses Hotel. Nach einer Führung durch den großen Nutzgarten greifen wir etwas tiefer in die Geldbörse und leisten uns Kaffee und Kuchen auf der Terrasse mit der schönen Aussicht.
Sicher treffen wir auch John, besuchen vielleicht seine Familie. John singt mit Begeisterung im Kirchenchor, und wir haben einige Male eine Probe unter offenem Himmel besucht. Inzwischen haben sie sich einen großen Wunsch erfüllt und elektrische Gitarren gekauft.

Am Sonntag könnten wir in die Lutheran Church zur Messe gehen, ein eindrückliches Erlebnis mit mitreißenden Gesängen, packenden, ja dramatischen Reden des Pfarrers, Reaktionen seiner gefesselten Zuhörerschaft, Lachen. Menschen präsentierten sich. Ich erinnere mich an eine Krankenschwester in Tracht, sie erzählte von ihrer eben abgeschlossenen Ausbildung. Sie erhielt Applaus. Und am Schluß: da Geldspenden Mangelware sind, werden Früchte oder ausgediente Bekleidungsstücke mitgebracht und vor der Kirche versteigert. Der Pfarrer hat damals zum Gaudium aller große Papayas ersteigert und uns geschenkt.
Dann fahren wir nach Mto wa Mbu. Dort wohnen wir schön gelegen außerhalb vom Dorf am Rand des Nationalparks, in Zelthäusern, also Zelten auf fixem, auf Stelzen gestellten Holzboden, samt angeschlossenem „Badezimmer“, Safarigefühl pur, Out of Africa.

Montag: Heute machen wir unsere zweite Safari. Wir fahren für 2, 3 Stunden in den angrenzenden Nationalpark, um auch Giraffen zu sehen. Nochmals eine großartige Landschaft, nochmals viele Tiere.
Am Nachmittag  tauchen wir nochmals ein ins "Leben" und wandern mit einem Führer durchs Dorf, besuchen eine Bananenbierbrauerei, schauen bei den Holzschnitzern vorbei, lassen uns die Tinga Tinga Bilder erklären, am besten direkt von Künstlern selbst. Dann ein Besuch im Zentrum des Dorfes Mto wa Mbu. Schließlich gibt es dort eine kleine, versteckte „Touristenmeile“ mit Shops samt Antiquitätenläden, in denen man Entdeckungen machen kann, so hoffe ich jedenfalls jedes Mal wieder.

Dienstag: es geht zurück nach Arusha, entweder am Morgen oder erst am Nachmittag. Dann ins Coffee Shop, guten Kaffee trinken. Oder auch, wer will, nochmals zum Touristenmarkt, falls Geld übrig ist. Diese Reise wird kein großes Einkaufserlebnis werden. Manche von euch wird’s freuen, das zu hören. Und für die anderen: Souvenirs finden wir sicher. Auf jeden Fall gehen wir abends in die Bierbar, Abschied nehmen.

Mittwoch, 3. Juni 2009: gemeinsamer Rückflug nach Frankfurt. Es ist noch Zeit, die unterschiedlichen heimatlichen Flughäfen zu erreichen.
Ich denke, mit ungefähr diesem Ablauf wird es eine runde Sache mit vielen unterschiedlichen Eindrücken, aber doch auch Ruhe zum Genießen. Ich hoffe, Du bist begeistert! Bis bald.    Inge

Die Götter müssen verrückt sein
FOTOS (bei den Massais)
FOTOS (bei den Buschmännern)