| Geheimnisvolles Bhutan. |
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Bhutan liegt versteckt zwischen Indien und
Tibet, ist etwa so groß wie die Schweiz mit jedoch nur 1 Million Einwohnern.
Bhutan hat etwas Geheimnisvolles, so geht es jedenfalls mir. Wohl deshalb,
weil man ein Land betritt, das sich spät und sehr vorsichtig dem Tourismus
geöffnet hat. Man will die negativen Auswirkungen, die das Nachbarland Nepal
für sich feststellte, vermeiden. Es werden nur eine bestimmte Anzahl Visa
pro Jahr vergeben, und dabei wird das Interesse der künftigen Besuchers auf
seine Ernsthaftigkeit geprüft: pro Tag Aufenthalt ist ein Betrag von 200
Dollar zu bezahlen. Dieser deckt dann allerdings Transport und Essen, aber
dennoch ist ein Besuch Bhutans keine billige Angelegenheit. Massentourismus
findet nicht statt. Bhutan gilt als glückliches Land, das von den ökonomischen und sozialen Problemen der Nachbarn verschont blieb. Industrie gibt es nicht. Die Bevölkerung ernährt sich selbst über Landwirtschaft und Viehzucht, mit geradezu archaischen Methoden. Sogar die Städte - wir würden sie Dörfer nennen - haben etwas "archaisches" - man ist in einer anderen Welt, einem anderen Jahrhundert gelandet. Traditionelle Werte bestimmen das Leben, der Buddhismus ist fest verankert. Dies wird auch sichtbar. Man sieht rotgekleidete Mönche, Gebetsfahnen, unzählige Chorten - Gedächtnisschreine für Verstorbene - und natürlich die großartigen Kloster-Festungen, die Dzongs, die ebenso wie viele Wohnhäuser Fassaden mit mit kunstvollen Holzarbeiten besitzen. Dazu Berge, Wälder, Flüsse, Reisfelder, Yaks und die Menschen in ihrer traditionellen Kleidung, die bei den Männern an einen bunten Schlafrock mit Gürtel erinnert - ein Bild, das sich einprägt. Der gleichförmige Jahresablauf wird unterbrochen von den Klosterfesten, meist zwei im Jahr. Gebete, eine große Prozession und/oder religiöse Tänze stehen im Mittelpunkt, aufgeführt von Mönchen oder Laien in beeindruckenden Masken und Kostümen. Eine Reise nach Bhutan sollte unbedingt vom Termin her so gelegt werden, dassß ein Klosterfest besucht werden kann. Durch die relativ geringe Erfahrung des Landes im Tourismusbereich weiß man letzten Endes nie genau, was einen erwartet. So vergesse ich nie, wie ich wegen eines durchdringenden Geruches in einer neu eröffneten Lodge einfach nicht schlafen konnte - seine Herkunft war nicht zu eruieren. Bis ich den Kopfpolsterbezug abnahm und die Plastikschutzhülle darunter als Übeltäter entlarvte. Wie sollten die gerade neu angestellten Menschen, die zuhause weder Holzbetten noch Kopfpolster kennen, wissen, wie man damit umgeht? Weiters erinnere ich mich, dass viele Kinder am Straßenrand winkten, wenn unser Auto vorbeifuhr. "Werden die Kinder in der Schule dazu angehalten, zu den Touristen freundlich zu sein?" habe ich gefragt. Die Antwort war von Lachen begleitet: "Nein, wir sind eben ein so freundliches Volk." Den Eindruck hatte ich auch. |