| Borneo. Besteigung des Mount Kinabalu. |
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Beim Weitergehen befindet man sich bald
auf nacktem Felsgestein, und
in winzigen Erdtaschen gedeihen nur mehr die zähesten kleinen Pflanzen..
Große Felsplatten erleichtern das Gehen. An steileren Strecken liegen
am Boden Seile, die man zum Halt hochnehmen kann. Und dann steht man am Dach
Südostasiens, einem weiten flachen Felsplateau, überragt vom noch gut 100m
höheren Low´s Peak. Hier habe ich die Höhe gemerkt, musste nach zwei
Schritten einen Atemzug Pause machen (oder auch mehr...), bevor es
weiterging. Das tat meiner euphorischen Stimmung jedoch keinen Abbruch. Auch
nicht, als mir klar wurde, dass ich bei diesem Tempo den Sonnenuntergang nicht
vom Gipfel aus, sondern vom Plateau aus erleben würde, gerade dort, wo das
Plateau endet und der Ausblick sich auftut. So habe ich dort mit dem
Bergführer Pause gemacht. Leider war sie nur kurz, da kamen die anderen
schon wieder vom Gipfel zurück, wohlgelaunt. Gesungen hätten sie da oben!
Der Abstieg zum Rasthaus begann. Als es dunkel wurde, kamen unsere
Taschenlampen zum Einsatz, und irgendwann in tiefer Nacht war es geschafft.
Todmüde war ich, das Essen hat mich kaum noch interessiert. Wie haben wir es
genossen, als die anderen Bergsteiger in der Nacht zum Gipfel aufbrachen und
wir einfach im Bett bleiben konnten. Am nächsten Tag geht es bergab, durch die nun schon bekannten Zonen. Man weiß, was einen erwartet, und freut sich darauf . Der Blick bergab gibt ein immer wieder überraschend anderes Bild als beim Aufstieg. Allerdings habe ich diesen Abstieg auch als anstrengend empfunden. Es waren unzählige Stufen zu überwinden, und ich war froh, daß ich eine Stock von zuhause mitgenommen hatte - eine große Entscheidung, denn schließlich waren für die damalige Reise in nur einem Rucksack Radfahrzeug samt Helm, Badesachen und auch die Bergausrüstung unterzubringen samt Anorak, Handschuhen und Kappe - kalt ist es oben am Gipfel. Nach dem Abstieg geht es schnurstracks zu den heißen "Badewannen" im Freien bei den nahegelegenen Poring Hot Springs. Es ist angenehm, hier die Muskeln locker werden zu lassen und zu faulenzen. Wer will kann auf einer Hängebrücke hoch zwischen den Gipfeln der Bäume herumspazieren und diesen sonst für uns unsichtbaren Lebensraum studieren. Wie es weitergeht? Wir können in der schönen Gegend nahe den heißen Quellen bleiben und dort wandern, in den Dörfern Tee trinken, Menschen kennen lernen. Und/oder wir fahren zurück nach Kota Kinabalu und von dort aus direkt auf die vorgelagerte Insel Tunku Abdul Rahman Park, entweder als Tagesausflug oder wir übernachten in einem der Holzchalets. Gegensatz pur zum Berg. Es ist wunderschön hier. Wenn wir auf der Reise in Borneo nicht schon auf einer anderen Insel halt gemacht haben, sind ein oder zwei oder drei Tage hier eigentlich Pflicht. Alleine schon wegen des Schnorchelns, denn es sind sehr schöne bunte Korallenbänke direkt vor dem Strand, und ganze Schwärme buntgemusterter Fische betrachten den Schnorchler als Kollegen. Wenn dann die meisten Besucher die Insel mit dem letzten Boot verlassen, kehrt Ruhe ein. Ein Strandrestaurant kocht auf, gut sogar. Die untergehende Sonne wirft den Schatten der Palmen auf den weißen Sand. Was wollen Sie mehr? Preis auf Anfrage je nach Gesamtprogramm. |