| In Sabah auf Borneo |
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An Kopfjäger und Urwald habe ich gedacht, als
ich nach Borneo flog. Und Urwald hautnah gab es auch zu erleben. Aber nicht
nur. Ich möchte Ihnen Sabah zeigen, den nördlichen Teil jenes Gebietes von Borneo, das zu Malaysia gehört. Von Kuala Lumpur aus landet man in Kota Kinabalu, der Hauptstadt. Da fällt die Entscheidung schon schwer: eine Weile hier bleiben oder weiterfahren? Der überdachte Markt mit allem von Obst bis Perlen, ein schön gestaltetes großes Schaugelände mit traditionellen Häusern aus der Gegend, Pfahlbaudörfer am Meeresufer, die exotische Atmosphäre - lassen wir uns doch ein wenig Zeit zum Ankommen. Hierher kehren wir wieder zurück, und dann bietet sich noch ein Aufenthalt an auf der vorgelagerten Insel Tunku Abdul Rahman Park zum Baden und Schnorcheln, entweder als Tagesausflug oder, noch schöner, mit einigen Übernachtungen in einem der Holzchalets. Zuerst aber begeben wir uns auf Rundfahrt. Langsam geht es bergauf, bis wir im Regenwald des Crocker Range stoppen. Es erwartet uns eine botanische Sensation: die Rafflesia. Es gibt hier ein großes Schutzzentrum, Ranger kennen jede Knospe und jede Blüte. Wir gingen in Begleitung eines Rangers tief in den Urwald hinein. Zuerst sahen wir einige Knospen, unscheinbare fußballgroße braune Kugeln auf der Erde. Und plötzlich war sie da: die größte Blüte der Welt, Durchmesser bis zu einem Meter. Ganz so groß waren die beiden Exemplare nicht, die wir bewundern konnten, aber doch fast. Die Rafflesia ist ein Parasit, entwickelt sich mit Hilfe einer Liane, und die dickfleischige, rotgesprenkelte Blüte liegt auf der Erde ohne Stamm oder Stengel, ohne Blatt, wächst ansatzlos aus der dünnen Liane. Ihre Entwicklungszeit ist neun Monate, das ist bekannt. Unklar ist bis heute, wie die Vermehrung vor sich geht, ein Geheimnis. Es gibt nur wenige Plätze weltweit, wo diese Rarität zu bestaunen ist. Wir kommen ins Tal von Tambunan. Vielleicht haben wir Lust, zu einem abgelegenen Wasserfall zu wandern und dort zu baden - kalt ist das Wasser, aber erfrischend. Es folgen Keningau und schließlich Tenom. Hier gibt es eine Orchideenschau zu bewundern. Wir gewinnen in diesen Tagen Einblick in das Landleben, wandern entlang Reisfeldern, Kakaoplantagen, Obstfeldern, lassen uns treiben bei Spaziergängen durch die kleinen Provinzstädte. Es heißt, wer hier Ananas gegessen hat, wird zuhause nie mehr wieder eine Ananas gut finden - das stimmt für mich. Beim vergeblichen Versuch zuhause, den nun bekannten Geschmack reifer Ananas wiederzufinden, tauchen stets Bilder aus Borneo vor mir auf, von Picknicks mit Unmengen frischer Ananas und anderen exotischen Früchten, die Sie wahrscheinlich nicht alle kennen werden. |