In Sabah auf Borneo

 

Von Tenom aus fahren wir morgens ein Stück mit der Bahn, eine spektakuläre Strecke bis nach Beaufort. Die Bahn ersetzt eine Straße durch dieses Gebiet. Zuerst geht es durch eine Schlucht einen Fluß entlang. Bald ist man wieder mittendrin im Dschungel und beobachtet bequem vom Fenster aus das Leben in dieser abgelegenen Gegend, Schulkinder, Bauern, Gleisarbeiter.
Von Beaufort ist es nicht mehr weit bis ans Meer, und wir setzen über nach Pulau Tiga, einem Nationalpark, dem Urbild einer einsamen Insel aus der Rum-Werbung. Einige einfache Holzhäuser sind die einzige Unterkunft hier im Schutzgebiet. Ausnahme muß sein - bis auf ein sehr schönes Hotel in der Nähe,  geeignet für einen Sundowner von der Terrasse aus. Wir waren die einzigen Besucher damals. Paradiesisch als Beschreibung paßt hier, ein Klischee: tükisfarbenes Meer, weißer Sand, natürlich auch Palmen, warmes Wasser, der Eßtisch direkt am Strand. Und dann das Schnorcheln! Nie habe ich schöneres Unterwasserleben gesehen als hier in Borneo. Stunden habe ich dabei verbracht, und Tage hätte ich mit gewünscht. Alle Farben, alle Formen, die kuriosesten Fische nur einige Meter vom Strand entfernt - allein deswegen werde ich zurückkehren. Die Welt der Unterwasserfotografen, die ich immer für übertrieben, retuschiert dargestellt, vielleicht für Taucher zugänglich gehalten habe, tut sich hier auf, nah, bunt, atemberaubend. Aber vergessen Sie nicht, sofort ein T-Shirt anzuziehen - ich war so fasziniert, daß ich gleich lange Zeit im Wasser blieb, zu lange Zeit. Mein Sonnenbrand gab mir dann den besten Grund, für die Besteigung des Mount Kinabalu einen Träger zu suchen. Aber das ist eine andere Geschichte auf einer anderen Seite.

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