Zum Pushkarfest nach Indien.

 

Wir landen wahrscheinlich nachts in Delhi, sind plötzlich nach nur ein paar Stunden Flug in Indien. Am Flughafen merkt man schon, dass es gerade hier vorteilhaft ist sich auszukennen, denn jede Menge von Leuten will mit noch unwissenden Touristen das Geschäft ihres Lebens machen.  Wie schön - das zeigt, wir sind in einem anderen Kulturkreis, sehen, erleben, hören, riechen Neues, Ungewohntes, auch Unangenehmes. Am nächsten Morgen oder am letzten Tag, je nach den Flugplänen, besuchen wir die große Moschee und gehen ein bisschen bummeln. Von Delhi aus fahren wir nach Jaipur. Es gibt eine gute Busverbindung mit klimatisiertem Bus.

Jaipur, die rote Stadt: Indien pur. Hier eine ganze Reihe von Tage zu verbringen wäre ein guter Plan, es hat mir und uns dort immer sehr gut gefallen. Zu sehen gibt es den berühmten Palast der Winde, mehrere Tempel, die Altstadt. Vor allem aber das Leben und Treiben einer indischen Stadt, das doch in vielem einem Dorf gleicht, mit vielen Schweinen und Kühen auf der Strasse. Ich habe einen Lieblingsplatz entdeckt: ein fast nur von Einheimischen besuchtes Restaurant - wodurch die Bestellung manchmal länger dauert wegen der Verständigung... Dafür gibt es einen langen Balkon direkt über einer Hauptstrasse mit einigen Tischen. Ein perfekter Beobachtungspunkt. Man sieht Kühe, Schweine, Menschen auf der Straße, natürlich. Einen Radfahrer, der 4 m lange Eisenstangen über der Schulter durch das Gewühl balanciert, fahrend! Kamelkarren, mit allen möglichen Dingen oft meterhoch bepackt oder leer, mit einem auf dem Karren stehenden Menschen, der lenkt. Elefanten, die geschmückt zu einer Hochzeitszeremonie gebracht werden. Verkäufer mit Bauchladen. Einen kleinen Tempel mitten in der Straße und Menschen, die dort halt machen. Autos, die glauben, wenn sie hupen, geht´s schneller vorwärts. Und einen Rickshawfahrer, der uns Touristen an der Balustrade sitzen sieht, winkt und dabei fast jemanden übersieht. Und dann wird es ruhiger, die Stoßzeit ist vorbei, die Straße bietet ein ganz anderes Bild, und man merkt plötzlich, dass man zwei Stunden zugeschaut hat und morgen wieder kommen will.

Wir werden auch einen Bekannten zuhause besuchen, Krishan, der begeistert Briefmarken und ausländisches Geld sammelt - vielleicht können Sie zu seiner Sammlung was beisteuern?  Dann müssen wir unbedingt in der Nähe den berühmten Amber Palace mit dem Fort Jaigarh besuchen – und wohl kaum widerstehen können, den Aufstieg hoch oben auf einem Elefanten vorzunehmen. Schön ist auch der Besuch eines Dorfes, in dem am Fluß entlang Stoff eingefärbt oder bedruckt wird und die bunten Tücher die Ufer säumen. Hier gibt es eine Fabrik, in der wunderschönes, unterschiedlichstes Papier geschöpft wird. Man kann sie besichtigen und nachher den Verkaufsshop stürmen. Wer will und noch ein Budget von 15 Euro übrig hat, kann mit mir auch einmal luxuriös Frühstücken gehen, in einem beeindruckenden Altstadtpalast mit bemalten Wänden, Säulen, Spitzbogenfenstern - und ausreichend Bedienungspersonal, obwohl es ein Selbstbedienungsbuffet gibt.
 
Und das schönste: wir werden im Minibus gefahren und geführt von einem lieben Freund, von Jai. Kunden haben ihm zu einem eigenen kleinen Taxi verholfen, und seine Freude darüber ist ungebrochen. Er bietet uns die seltene Gelegenheit, seine Verwandten in nahen, von Touristen sonst nicht besuchten Dörfern zu besuchen, unvergessliche Erlebnisse: bei den Bauern, die uns Hof und Felder erklärten. Bei der eigenen Familie, die mit uns einen Rundgang im Dorf machte. Bei den Frauen, die einige von uns Frauen in Saris kleideten und uns das Tanzen zeigten (im Hinterzimmer natürlich…). Beim Opa, der mit Hilfe der Wasserpfeife eine angebotene Zigarette rauchte. Bei den Frauen am Brunnen, die sich amüsierten, dass wir nicht einmal die leeren Messingwasserkrüge am Kopf balancieren konnten. Und bei all den vielen netten Leuten, die als Dank für die sehr erwateten Fotos, die wir nach einer Reise an Jai schickten, uns Tee anbieten. Mein Erfindungsgeist war bald sehr gefragt, denn unsere Teekapazität war definitiv gedeckt, und das sagten wir auch gleich zu Beginn mancher Besuche. „Schau, da wird schon wieder der Büffel gemolken“, hieß es dennoch immer wieder, und wir wussten schon, was das bedeutet: Milch für den Tee…
Wir wohnen im schönen Stadthaus eines früheren Maharajas, angenehm mit Garten und Dachterrasse zum Essen, so man das wünscht - oft genug ist man nach vielen Erlebnissen des Tages froh um Bekanntes und Gewohntes.

Schließlich werden wir ins nahegelegene Ajmer fahren. Ajmer hab ich erst im März 2004 wirklich entdeckt, als ich dort zu einer mehrtägigen Hochzeitszeremonie eingeladen war, und ich war begeistert. Ajmer liegt an einem See, damals von vielen Flamingos bewohnt. Hier sind alte kunstvolle Grabanlagen, und an einem Teil gibt es die Ghats, die Stufen in den See, wo die Gläubigen ihre rituellen Waschungen vornehmen. Gereizt hätte mich eine Wanderung rund um den See - vielleicht schaffen wir das?
Besonders beeindruckend sind mehrere Tempel in Ajmer, besonders eine weit ausgedehnte Anlage. Dort haben wir sehr viel Zeit verbracht, an verschiedenen Plätzen sitzend, schauend. Hier gibt es viel Leben, Familien sitzen zusammen, alle schön gekleidet, bereiten sich vor, um mit ihren Opfergaben den heiligsten Raum zu betreten. Vor diesem ist ein Wandelgang, in dem man auch sitzen kann und dem Stom der Pilger zuschauen, die den heiligsten Raum betreten. Da herrscht eine ganz andere, besinnliche Stimmung. Tempelhelfer berühren die eintretenden Gläubigen und ihre Opfergaben mit langen Pfauenfedern. Weiters findet man in der Tempelanlage einige Geschäfte, wo Opfergaben verkauft werden oder die wunderschönen, ganz unterschiedlichen langen Halsketten für die Sadhus, die heiligen Männer (nicht nur sie, auch ich habe jetzt eine kleine Sammlung davon).

Jaipur, Pushkar und Ajmer und natürlich jeweils die Umgebung werden also die Schwerpunkte unserer Reise sein. Ja, das stimmt, klassische Rundfahrtstouren machen das vielleicht in vier Tagen, davon ein Tag beim Pushkarfest. Aber Sie erinnern sich: weniger ist mehr. Nicht möglichst viele Orte besichtigen ist unser Ziel, sondern lieber dort, wo man ist, auch wirklich sein. Sich vielleicht trauen, in einer Fahrradrickshaw mitzufahren. Zu wandern. Mit Leuten in Kontakt sein. Deshalb wollen wir langsam unterwegs sein, uns Zeit zum Sehen, Hören, Riechen, Sprechen, Gehen und auch Verweilen nehmen. Es wird sicher nicht langweilig!
Vom Ablauf her: Delhi, dann Jaipur, dann Ajmer, Pushkar, zurück nochmals nach Jaipur, Delhi. Denkbar ist die Verlängerung Ihrer Reise auf eine dritte Woche mit einem Besuch von zB Varanasi oder Badefreuden in Goa oder einer Weiterreise in Rajasthan. Ich mache Ihnen gerne Vorschläge. Allerdings kann ich Ihnen aus Erfahrung sagen: wenn Sie nicht schon GlobetrotterIn sind, werden die zwei Wochen so viel Neues und Ungewohntes geboten haben, dass man das Gefühl hat, viel länger fort gewesen zu sein. Die Reise ist „rund“.

Wir werden ein Land der vielen Gegensätze betreten, Reichtum neben Armut, Schönheit neben Abstoßendem, Anmut neben Plumpem, Herzlichkeit neben Gleichgültigkeit erleben. Und gegensätzlich werden vielleicht auch unsere Empfindungen sein. Begeisterung und Kulturschock können einander abwechseln, das weiß ich. Wenn man darauf vorbereitet und vor allem auch nicht allein ist, ist es einfacher. Sicher ist nur eins: diese Reise wird uns nicht kalt und unbeteiligt lassen. Gerade diese Art des Reisens bietet die Möglichkeit, tiefe Erlebnisse und deutliche Erinnerungen „mitzunehmen“, zB. vom Nachbarn im Bus, mit dem man ins Gespräch kommt und der einem zuerst etwas zum Essen anbietet und dann seine Lebensgeschichte erzählt.

 Schwere Entscheidung? Ich hoffe nicht…


Nun zu den Kosten.
Ich mache schon lange keine Pauschalangebote mehr. Individuelles Reisen verträgt sich damit nicht, finde ich. Ihre Kosten entscheiden Sie vor Ort mit. Ob Sie im Palast frühstücken wollen, ob wir mit dem Bus oder dem Taxi reisen, ob Sie im letzten Moment doch nicht auf den zugegeben hohen Elefantenrücken steigen wollen und lieber mit mir zu Fuß gehen, ob Sie den Palast besichtigen oder lieber Tee trinken – all dies wirkt sich auch auf Ihre Reisekosten aus. Sie bezahlen, was Sie konsumieren.

Honorar Inge Sohm: 640 € pro Person für 15 Tage (includiert Reisebegleitung und meine Reisekosten mit Ausnahme allfälliger Taxikosten, die auf die Reisenden aufgeteilt werden). Bei 8 Mitreisenden ist die Reise ausgebucht.

Dazu kommen Ihre persönlichen Reisekosten, zB:

  • Ihr Flug (beispielsweise Direktflug Zürich/Wien/Graz/Linz/Münchenetc - Delhi derzeit ca 800 € - )
  • Ihr Hotel, zB Doppelzimmer in einfachen Mittelklassehotels ab 15 € pro Person. In einem ehemaligen Maharaja-Palast oder in Pushkar ist es mehr.
  • Mahlzeiten fallen nicht sehr ins Gewicht
  • Taxi, Zug, Bus, Sammeltaxi, alles in Indien sehr preiswert.

Das letzte Mal haben die Mitreisenden inclusive aller oben genannten Punkte unter 2000 Euro verbraucht (mein Honorar + Ihr Flug + Ihre Reisekosten).

 

Sie können bei mir einen Videofilm des Südwestfunk mit dem Titel "Der heilige Pushkar-See in Rajasthan" ausleihen, Länge 43 Minuten. Die Bilder über das Fest sind die, die auch ich so in Erinnerung habe.

 

 Nun bleibt mir nur noch zu sagen: wäre schön, wenn wir gemeinsam diese Reise machen würden. Ich würde mich freuen!

zu den Fotos
Tagebuch: zum Pushkarfest in Rajasthan von Sonni
Reiseimpressionen A-F von Gerhard