Im Kathmandutal in Nepal. 31.3. - 14.4.2008

 

4.4. - 13.4.2008: in und um Dhulikel

Am 4.4. geht es nach Dhulikel, nur 30 km von Kathmandu entfernt, hervorragend geeignet als Stützpunkt im Kathmandu-Tal.
Das Gebiet mit seiner ländlichen Umgebung eignet sich für eine ganze Reihe schöner Wanderungen, zB zu einer alten Tempelstadt oder einem abgelegenen buddhistischen Kloster - die Klänge dort höre ich noch heute. Hier traf ich einen alten Mönch, der sich an seine zwei übereinandergesetzten Brillen gewöhnt zu haben schien. Für längere Wanderungen nehmen wir uns vor Ort einen einheimischen Begleiter. Auch als Ausgangspunkt für Ausflugsfahrten eignet sich Dhulikel, zB Richtung Norden (Rhododendronblüte im März und April !!!) oder Richtung Süden (Godavari – botanischer Garten). Wie auch immer: ins wunderschöne alte Dorf Panauti werden wir wandern, nach Namobuddha, nach Nala, Tamang oder Nagarkot. Es ist auch wirklich „relaxing“, nur im Garten unserer Lodge zu sitzen und die Berge zu bewundern oder "ziellos" in der Gegend herumzustreifen.

  • Besichtigung von Dhulikel: Dhulikel ist eine kleine, alte Newar-Stadt, deren früherer Reichtum heute noch sichtbar ist. Man hat eher den Eindruck, in einem Dorf zu sein, und ist immer wieder erstaunt über die hohen, prächtigen Bürgerhäuser im Zentrum, reich verziert mit Holzschnitzereien. Hier kann man lange herumwandern und Häuser, Plätze, Tempel bewundern.
    Neben diesen architektonischen Juwelen ist das besondere an Dhulikel seine Lage. Es eröffnet sich ein unvergleichliches Panorama, man sieht das Gebiet des Langtang, des Helambu und bis zum Makalu, ein langes Gebirgsband des Himalaya, besonders am Morgen zum Greifen nah. Eineinhalb Kilometer außerhalb des Dorfes liegt auf einem Hügel der Kali Tempel, ein Platz mit besonders schöner Aussicht.
    In Dhulikel gibt es auch seit einigen Jahren eine Besonderheit, ein Krankenhaus, gebaut und eingerichtet über österreichische Privatinitiative. Der überaus engagierte leitende nepalesische Arzt Ram Shresta wurde in Österreich ausgebildet. Die Bevölkerung hat viel an Eigenleistung beigetragen, so auch die nötigen Grundstücke gespendet. Ich durfte vor über 10 Jahren bei der Eröffnung dabei sein. Ich sah, wie ein Mann mit späterer Diagnose Hirnhautentzündung die letzte Strecke per Auto gebracht wurde - zuvor hatte ihn seine Familie in einem Dreitagesmarsch aus den Bergen heruntergetragen. Wer will, kann das Krankenhaus besichtigen. Ich würde mich auch freuen, Andrea wieder zu treffen, die österreichische Frau von Ram.
     
  • Tagesausflug nach Bhaktapur: Nach der vorwiegend buddhistischen Stadt Patan besuchen wir mit dem nahegelegenen Bhaktapur eine vorwiegend hinduistische Stadt, die drittgrößte im Kathmandu-Tal. Mit deutscher Hilfe wurde versucht, das historische Stadtbild zu erhalten, und man sieht sich wirklich in einer anderen Zeit in dieser nahezu intakten mittelalterlichen Stadt. Plätze prägen das Stadtbild, am berühmtesten wohl der Durbar Square mit dem alten Königspalast und der großen Tempelanlage. In Bhaktapur kann man viel Zeit verbringen, mit Besichtigungen und indem man einfach herumwandert, vorbei an den zahllosen kleinen Tempeln und Schreinen und den bunten Bildern nepalesischen Alltagslebens.
     
  • Auf Wunsch Himalaya-Rundflug: hab ich noch nie gemacht, soll aber sehr beeindruckend sein.
     
  • Wanderung von Dhulikel nach Namobuddha: zuerst kommen wir zum Aussichtspunkt beim Kali Tempel, dann geht ca. eine halbe Stunde lang etwas bergab zum Dorf Kavre. Von hier geht es weiter zum Dorf Phulbari, Teepause... Nach ca. drei Stunden 'Wanderung sehen wir ein tibetisches Kloster auf einem Hügel und die Stupa Namobudha direkt darunter. Hier ist ein wichtiges Ziel für Tibetische Pilger, und dementsprechend gibt es auch eine ganze Reihe von Möglichkeiten, um zu essen und Pause zu machen. Dann lassen wir uns auch die Legende von Budha und dem Tiger erzählen. Dann müssen wir noch unbedingt die 10 Minuten zum großen Kloster hinaufgehen. Diese Wegstrecke dauert ungefähr drei Stunden Gehzeit
    Retour gehen wir wahrscheinlich , wenn unser Wanderguide uns so führt, einen anderen Weg über Sanku und Batase, oder wir kommen ein andermal hierher. Sankhu war einmal ein wichtiger Posten an der Handelsstrasse zwischen Kathmandu und Lhasa, und man sieht immer noch den alten  Reichtum. Der wichtigste Grund hierherzukommen ist jedoch der Vajrayogini Tempel, über dem Tal, umgeben von alten Bäumen, in denen sich Affen wohlfühlen, ein Ort der Ruhe. Kein Wunder, dass man ruhig ist, wenn man ihn erreicht hat, denn der Aufstieg über all die Stufen ist nicht ohne... Ab hier nehmen wir den Bus, falls wir von Namobudha gekommen sind.
     
  • Wanderung von Dhulikel nach Panauti: die kleine Stadt Panauti war früher Knotenpunkt wichtiger Handelsrouten mit einem Königspalast als Zentrum und sehr vielen Tempeln und Schreinen. Einige davon gehören zu den ältesten Tempeln in Nepal. Der dreistöckige Shiva-Tempel im Zentrum wurde beispielsweise 1294 erbaut. Heute ist es ruhig in Panauti. Mit französischer Hilfe wurde vieles restauriert, und es ist schön, Zeit zu haben, herumzuwandern und die Atmosphäre dieses früher wichtigen Ortes zu spüren. Südöstlich bieten sich schöne Spaziergänge an zwischen Terrassenfeldern, Hügeln, Dörfern. Wahrscheinlich bleiben wir so lange in Panauti und Umgebung, daß wir mit dem Bus zurückfahren.
     
  • Fahrt von Dhulikel zur tibetischen Grenze (ein Weg 83 km): zuerst geht es hinunter ins Panchkhal-Tal, mit wunderbarem Blicken auf den Himalaya. Über Dolalghat und Barabise geht es wieder hinauf nach Kodari, dem Grenzort. Auf der Freundschaftsbrücke nach China wird traditionellerweise ein Foto gemacht. Im März/April blühen die Rhododendren - davon gibt es in Nepal über 30 Sorten , die teilweise baumhoch werden. Diese Bilder sind mit unvergeßlich. Auch alle möglichen anderen Pflanzen blühen um diese Zeit vor dem Monsun, ich erinnere mich an unzählige Kugelprimeln und Orchideen.
     
  • Wanderung von Dhulikel nach Nargakot: nach 4 km kommen wir nach Banepa (ev. per Bus/Taxi). Auch Banepa war ein wichtiger Handelsknotenpunkt. Es ist schön, in den Gassen herumzuwandern und die vielen Tempel zu bewundern. Weiter geht es zu Fuß 3 km nach Nala (Baghwati Tempel!) und dann nach Nargakot (ab Banepa 3,5 Stunden). Nagarkot hat als Ort nicht viel zu bieten, ist nur dafür berühmt, gemeinsam mit Dhulikel die schönsten Ausblicke auf die Himalaya - Gebirgskette zu bieten. Retour auf Wunsch motorisiert. Möglicherweise machen wir es auch umgekehrt: hin per Auto, retour zu Fuß. Man würde zwar glauben, daß geübte Wanderer beide Strecken zu Fuß schaffen. Dabei vergißt man aber, dass es auf der Strecke so viel zu sehen gibt. Es ist schön, Zeit zu haben und die Energie dafür zu verwenden.
     
  • Erkunden der näheren Umgebung von Dhulikel: Gern bin ich einfach drauflosgegangen und habe die nähere Umgebung von Dhulikel erkundet, ohne besonderes Ziel, ohne einheimischen Begleiter. So bekommt man einiges mit vom Leben dort und von der Arbeitswelt. Und Zeit haben, irgendwo sitzen zu bleiben und zuzuschauen!
     
  • Fahrt südlich nach Godavari zum botanischen Garten: diese Tour habe ich noch nie gemacht, sie soll aber sehr schön sein. Wir besprechen vor Ort, wer was machen will. Ich hoffe, in zwischen ist auch klar geworden: neun Tage in und um Dhulikel sind nicht zu viel, sondern eigentlich immer noch zu wenig... Man kann hier so viel unternehmen, ich hab noch gar nicht alles aufgezählt.

13.4.2008: Fahrt nach Kathmandu. Abschied an den Plätzen, die uns beim Ankommen am besten gefallen haben. Ev. machen wir auch noch einen Ausflug in die nähere Umgebung, wenn wir beim Ankommen nicht alle vorher erwähnten Besichtigungen "geschafft" haben.

14.4.2008: Heimreise
 

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